Studien- und Praxisprogramme

Auf dieser Seite finden Sie eine Übersicht über unsere aktuellen Studien- und Praxisprogramme und Veranstaltungsreihen.

Als Menschen tragen wir naturgemäß die guten Qualitäten von Liebe und Mitgefühl in uns. Wir können mit den Methoden beginnen, die diese zum Wachstum anregen.

S. E. Dagyab Kyabgön Rinpoche

Lamrim dient dazu, unseren Geist zu trainieren für alle möglichen Erfahrungen, die wir im Leben haben.

S. E. Zong Rinpoche

BUDDHISMUS BEGREIFEN – Die Stufen des Pfades

Grundlagenstudium und Praxisprogramm

ab September 2024 (vor Ort oder online)

Der tibetisch-buddhistische Stufenweg (Lamrim)

Eintrittstor für das Verständnis des Buddhismus

Gemeinsam studieren, diskutieren & meditieren

Zwei aufeinander aufbauende Module mit je sieben Wochenendseminaren, sieben Auffrischungsabenden und je einer Vertiefungswoche

Leitung | Ehrw. Shenphen Rinpoche

Kursbetreuung | Andreas Ansmann, Karl Rumpf und Studienbegleiter 

Ein Studien- und Praxisprogramm zum neuen Buch des Dalai Lama: DIE STUFEN DES PFADES ZUR ERLEUCHTUNG (Herder Verlag)

 

Kostenlose Info-Abende (vor Ort + online):  Freitag, 12 Juli um 18 Uhr und 23. August 2024 um 19 Uhr

Der Lamrim ist das Eintrittstor für das Verständnis des Buddhismus. Im September 2024 startet hierzu unser neues zweijähriges Studien- und Praxisprogramm. Lamrim (tib. lam rim, dt. Stufenweg) − Der Stufenweg zur Erleuchtung − ist eine kompakte Zusammenstellung aller Themen, die für die buddhistische Praxis wichtig sind. Die Erklärungen bauen logisch aufeinander auf, von leicht zugänglich zu sehr anspruchsvoll. So hilft der Lamrim Anfängern wie Fortgeschrittenen, auf ihrem individuellen Weg die nächsten Schritte zu gehen.

Doch auch wenn man kein Buddhist ist, kann man von dieser klaren, systematischen und aufeinander aufbauenden Darlegung von Themen profitieren und wertvolle Denkanstöße für das eigene Leben erhalten. Denn es geht um unser Zusammenleben mit anderen in dieser Welt. Ob wir es wollen oder nicht, wir sind mit allen anderen zutiefst verbunden und vernetzt. Es liegt an uns, daraus ein beglückendes Erlebnis für uns selbst und andere zu machen.

Nachdem der indische Meister Atisha (980-1054) mit „Bodhipathapradipam“ (dt. Lampe auf dem Pfad) den ersten Lamrim-Text zusammengestellt hat, sind viele Texte dieser Gattung entstanden. In Tibet hat auch die tantrische Methode darauf Einfluss genommen.

In dem Bestreben, einen zeitgemäßen Zugang für heutige westliche Menschen zu erleichtern, folgen wir mit diesem neuen Lamrim-Studienprogramm den Empfehlungen des Dalai Lama, die Erklärungen essentieller Grundgedanken an den Anfang zu stellen, d.h. wir thematisieren zunächst die säkulare mitgefühlsbasierte Ethik und setzen uns mit dem Prinzip des Abhängigen Entstehens auseinandersetzen. Auf dieser wichtigen Basis nähern wir uns anschließend den buddhistischen Inhalten. Als roter Faden dienen uns die „Zehn Bodhisattva-Unterweisungen“ aus dem „Abhisamayalankara“ des indischen Gelehrten Maitreya sowie der „Lamrim der Unterweisungen in 60 Versen“ von S. E. Dagyab Kyabgön Rinpoche, ein Text, der im Tibethaus Shop in deutscher Übersetzung vorliegt und online kostenlos auf der Homepage heruntergeladen werden kann.

Interessierte Menschen, die sich einen fundierten Überblick über den buddhistischen Weg mit Bezug zum eigenen Alltag verschaffen und lernen möchten, wie man meditiert, sind hier genau richtig!

Shenphen Rinpoche gibt die Unterweisungen und steht für Fragen zur Verfügung. Erfahrene Dharma-Tutoren und Studienbegleiter helfen beim Transfer, regen Diskussionen und Gruppenarbeit an und führen durch die begleitenden Meditationen. Auf diese Weise verbinden sich tibetische Lehrtradition und westliche Didaktik. Beide zusammen ermöglichen den Teilnehmern, lebendige, vertiefende Erfahrungen zu sammeln.

Die Teilnahme ist vor Ort und online möglich. Das Studienprogramm erstreckt sich über zwei Jahre mit jeweils sieben Wochenenden. Jedes Studienjahr wird im Sommer mit einem einwöchigen Retreat im Retreathaus Berghof abgeschlossen.  Die Wochenendseminare finden im schönen roten Saal des Tibethaus Deutschland in Frankfurt a. M. statt, die Vertiefungswochen im Retreathaus Berghof in Wiesen, einem idyllisch gelegenen Dorf im Hochspessart, ca. 80 km entfernt von Frankfurt. Infos unter www.retreathaus-berghof.de

Samstag 10 bis 18 Uhr und Sonntag 9.30 bis 13 Uhr 

14./15.9.2024, 26./27.10.2024, 23./24.11.2024, 25./26.1.2025, 22.-/23.2.2025, 22./23.3.2025, 17.-18.5.2025. Abschlussretreat 15.6. bis 21.6.2025.

Samstag 10 bis 13 Uhr und 15 bis 18 Uhr, Sonntag 9.30 bis 13 Uhr

Regulär 935 Euro ǀ Mitglieder 560 Euro ǀ Ermäßigt/Studenten 375 Euro 

Es wird ein Rabatt von 10% für (Ehe-)Paare gewährt. Ratenzahlung möglich/ für Personen mit geringen finanziellen Möglichkeiten ist die Teilnahme auf Spendenbasis möglich .

Zwischen den Wochenendterminen wird Shenphen Rinpoche online eine Auffrischung der Inhalte geben. Termine montags 19-20 Uhr | 7.10.2024, 11.11.2024, 6.1.2025, 10.2.2025, 10.3.2025,  7.4.2025, 5.5.2025.

Das Studienprogramm wird dual, also als Präsenz- und ZOOM-Seminar durchgeführt und unter Beachtung des Datenschutzes aufgezeichnet.

Retreat im Retreathaus Berghof 2025

Zeit | Sonntag, 15. Juni, 16 Uhr bis Samstag, 21. Juni, 15 Uhr, 2025

Regulär 180 Euro | Mitglieder 130 Euro | Ermäßigt 90 Euro (zzgl. Kost und Logis)

Anmeldeschluss ist zwei Monate vorher.

Die Retreatwoche ist eine reine Präsenzveranstaltungen.

Bitte direkt anmelden über: https://www.retreathaus-berghof.de/anmeldung

 

Die Anmeldung gilt jeweils für ein ganzes Modul. Die Teilnahme am Retreat ist optional, wird jedoch sehr empfohlen!

Studienmaterial: Schriftliche Unterlagen sowie die Audio- und Video-Aufzeichnungen der Wochenendseminare werden für die Teilnehmer via dropbox zur Verfügung gestellt.

Kostenlose Info-Abende (vor Ort + online):

Freitag, 12 Juli um 18 Uhr und 23. August 2024 um 19 Uhr

DIE EINZELNEN WOCHENENDEN

Modul I - September 2024 bis August 2025

Säkulare mitgefühlsbasierte Ethik

Wie können wir als Menschen harmonisch zusammenleben? Wir untersuchen zunächst, wie eine Ethik aussehen kann, die auf Mitgefühl basiert und unseren Bedürfnissen nach Harmonie, Wohlergehen etc. gerecht wird – jenseits religiöser Anschauungen.

Zwei Wahrheiten und Buddha-Natur

Es gehört zu unseren grundlegenden Erfahrungen, dass „die Welt“ anders ist als sie (zunächst) erscheint. Der Buddha hat dieses Phänomen mit der Lehre von den Zwei Wahrheiten erklärt. Wir lernen seine Erklärungen näher kennen und versuchen herauszufinden, was sie für das eigene Selbstverständnis bedeuten.

Kostbares Menschenleben und Unbeständigkeit

Im Alltag erleben wir uns manchmal als unzulänglich: Vielleicht werden wir ärgerlich, wo wir freundlich bleiben wollten, oder wir sind gierig, obwohl wir eigentlich Ressourcen schonend leben möchten. Und doch sollten wir nicht unterschätzen, welche Entwicklungsmöglichkeiten wir haben! Der Blick auf die Veränderlichkeit aller (äußeren und inneren) Dinge gibt uns Rückenwind

Vier Edle Wahrheiten: Leiden; Ursachen des Leidens

Mit der Lehre von den Vier Edlen Wahrheiten zeigt der Buddha einen Weg zur Auflösung der Diskrepanz zwischen Schein und Sein (siehe Wochenende 2). Wir lassen uns ein auf seine Analyse der verschiedenen Leiden an bzw. in der Welt: Worin bestehen sie genau? Und vor allem: Wo kommen sie her?!

Vier Edle Wahrheiten: Beendigung und Weg; Zwölf Glieder des Abhängigen Entstehens

Wo Wissen ist, ist auch ein Weg. In der Dritten und Vierten Edlen Wahrheit hat der Buddha erklärt, wie wir vom Schein zum Sein, also vom Leiden zur Leidfreiheit kommen können. Wir lernen auch die Zwölf Glieder des Abhängigen Entstehens kennen, die uns aus dem Leid heraustragen oder darin festhalten können.

Allgemeine Leiden; Entsagung; Zuflucht

Wer die Allgemeinen Leiden und die Zusammenhänge zwischen Ursache und Wirkung erkennt, wird vielleicht den Wunsch entwickeln, die Ursachen des Leidens aufzugeben und nur noch Ursachen für Glück anzusammeln. Diesen Wunsch nennt man Entsagung. Wer auf Basis von Entsagung Zuflucht zu den Drei Juwelen nimmt, wird zum Buddhisten. (Wer keine Zuflucht nimmt, bleibt Nicht-Buddhist.)

Karma und die Leiden der niederen Bereiche

Ob Buddhist oder Nicht-Buddhist – an diesem Wochenende studieren wir, wie der Buddha den Zusammenhang zwischen nützlichen und schädlichen Handlungen (Ursache) sowie Glück und Leid (Wirkung) im Gesetz von Karma formuliert und erklärt hat. Wir informieren uns insbesondere über die zehn Arten von nützlichen und schädlichen Handlungen – den sogenannten zehn heilsamen und unheilsamen Handlungen und deren Auswirkungen.

In der ruhigen, ländlichen Atmosphäre des Retreathauses im Spessart können wir Abstand vom stressigen Alltag finden und uns tiefer mit den Themen des Stufenwegs befassen. Wir üben täglich in mehreren Sitzungen unter Anleitung, wie man meditiert, und erfahren mehr und mehr die Freude eines nach innen gerichteten Geistes. Achtsames Schweigen hilft uns dabei.

Modul II​ - September 2025 bis Sommer 2026

Drei Übungen; Gute Lehrerinnen und Lehrer

Wir widmen uns der Frage, was zu tun ist, um dauerhaftes, stabiles Glück zu erfahren. Die Drei Übungen von Ethik, Konzentration und Weisheit geben ganz konkrete Hilfestellung. Wir untersuchen die Bedeutung von guten Lehrerinnen und Lehrern und lernen, wie wir ihre Qualitäten erkennen können.

Bodhicitta 

Qualifizierte Lehrerinnen und Lehrer führen uns vor Augen, wie der Entschluss, zum Wohle aller fühlenden Wesen zu wirken, zum alles prägenden Charakterzug werden kann. Wir beleuchten, welche Vorteile es für uns hätte, selbst diesen Entschluss – „Bodhicitta“ genannt – zu entwickeln. Und wir lernen, was wir dafür tun müssten: die Sechs Vollkommenheiten üben.

Geben; Ethik

Wir studieren die sogenannten Vier Arten des Heranziehens und die ersten beiden der Sechs Vollkommenheiten: Geben und Ethik. Sie legen die Basis für die Schulung unseres Geistes. Mit einem trainierten Geist wird es immer leichter, Schein und Sein zu unterscheiden und sich adäquat auf die äußeren und inneren Dinge zu beziehen. 

Geduld

Wir studieren die dritte der Sechs Vollkommenheiten: die Geduld. Sie ist das direkte Gegenmittel zu Ärger und bewahrt uns vor allen schädlichen unheilsamen Handlungen, die durch Hass oder Wut motiviert sind. Wir schauen genau hin, um zu verstehen, wie und warum Ärger entsteht. Wir lernen auch, was wir im Vorfeld eines Wutanfalls tun können, um ihn zu vermeiden, und was im Anschluss nötig ist, um seine karmischen Folgen zu verringern.

Freudige Tatkraft; Konzentration

Wir studieren die vierte und fünfte der Sechs Vollkommenheiten: Freudige Tatkraft hilft uns, am Ball zu bleiben und Hindernisse zu überwinden. Konzentration schult unser Bewusstsein in besonderer Weise und bringt dabei zunehmende Klarheit und geistige Stabilität mit sich. Ohne sie gibt es kein wirkliches Fortkommen auf dem buddhistischen Weg.

Weisheit

Mit der Sechsten Vollkommenheit, der Weisheit, schließt sich ein Kreis, denn sie widmet sich dem genauen Verständnis der zweiten der Zwei Wahrheiten (siehe Wochenende 2), der endgültigen Realität. Die Erkenntnis der endgültigen Realität ist die Weisheit, die die grundlegende Unwissenheit überwindet. Sie ist der Schlüssel zum Verständnis unserer Existenz und unseres Potentials.

Wie es weitergeht; Abschluss

Der Moment der direkten Einsicht in die endgültige Realität ist auf dem Weg zur Erleuchtung noch nicht das Ende, aber ein wichtiger Meilenstein. Es werden die Fünf Pfade erklärt und welche Hindernisse mit deren Erlangung überwunden werden. Mit diesem Ausblick finden die Erklärungen zum Lamrim an diesem Wochenende ihren Abschluss.  

Zum Abschluss des Studienprogramms vertiefen wir uns noch einmal in die miteinander verwobenen Themen, suchen nach Bezügen zu unserem eigenen Leben und gewinnen durch die Ruhe der Zurückgezogenheit einen friedlicheren, glücklichen Geist. Wir ordnen unsere Gedanken und werden uns darüber klar, wie wir diese Inhalte in unser Leben integrieren können.

LEITER DES STUDIENPROGRAMMS

Shenphen Rinpoche wurde 1975 in Dagyab in Osttibet geboren. Er absolvierte in den Klöstern Ratö und Drepung in Indien seine philosophische Ausbildung und hat als Geshe Lharampa den höchsten Abschluss erworben. Vom Gründer des Tibethauses, S. E. Dagyab Kyabgön Rinpoche, wurde er eingeladen, nach Deutschland zu kommen und im Tibethaus zu unterrichten. Seit 2017 lehrt er hier in Frankfurt fortlaufend unterschiedliche Studienprogramme und zeichnet sich dabei durch sein großes Fachwissen, gepaart mit Erfahrung, Bescheidenheit und Warmherzigkeit aus.

Rinpoche lehrt in Tibetisch und wird ins Deutsche übersetzt.

Übersetzung

Greta Yangchen Betzold, Tibetologie Studentin und Übersetzerin aus dem Tibetischen. Schülerin von Dagyab Rinpoche und Mitarbeiterin im Tibethaus. Sie spricht fließend modernes Tibetisch und hat eine große Begeisterung für Tibet und Buddhismus.

GRUNDLAGENLITERATUR

Wir stützen uns vor allem auf das bedeutende Werk des Dalai Lama „Die Stufen des Pfades zur Erleuchtung“ (Herder Verlag in Kooperation mit dem Tibethaus und der Ganden Phodrang Foundation, Erscheinungstermin Juli 2024) und den von Dagyab Kyabgön Rinpoche verfassten „Lamrim der Unterweisungen in 60 Versen“. Beide sind in unserem Tibethaus Shop erhältlich.

„Wenn jemand wirklich spirituell wird, dann muss er die Qualitäten von liebender Güte und Mitgefühl immer weiter entfalten. Und wer diese Tugenden besitzt, wird jeden in seiner Nähe glücklich machen.“ – Khunu Lama

SAMSTAG 12. UND SONNTAG 13. OKTOBER 2024 (BEGINN, vor Ort  + live online)

Offenes Herz – Weiter Raum

Ein gutes Herz entwickeln

Leitung | Bhikshu Tenzin Peljor

Die verschiedenen Formen des Buddhismus haben unterschiedliche Methoden, um ein gutes Herz zu entwickeln.

Was ist ein gutes Herz? Ein Herz, das frei von Hass, Aggression, Aversion und Feindseligkeit ist und im anderen Wesen dessen Sehnsucht nach Wohlergehen und Freiheit von Leid wahrnehmen und sich auf diese liebevoll-mitfühlend beziehen kann. Ein gutes Herz nährt und vertieft die eigene Mitmenschlichkeit, Güte. Es bewirkt ein tiefes Wohlwollen für andere Lebewesen und einen selbst. Es ist eine Quelle warmherziger Freundlichkeit, von Zuneigung, die Distanz überwindet, von Wertschätzung, die nicht gering auf andere herabblickt. Ein gutes Herz macht einen selbst glücklich, überwindet innere Leere und Einsamkeit, bringt tiefe Freude und Erfüllung und tut allen, denen es sich zuwendet, gut.

Erinnerst du dich an warmherzige Menschen in deinem Leben? Sie sind wie die Sonne, sie wärmen, sie tun gut, oder? In ihrer Gegenwart hast du keine Ängste, fühlst dich angenommen, gesehen, genährt, geschützt, sicher. Und diese Menschen haben einen glücklichen Gesichtsausdruck, wenn sie diese Warmherzigkeit empfinden, oder? 

Wir würde es dir gehen, wenn du mehr davon hättest?

Ein gutes Herz ist nicht naiv, es geht mit Weisheit einher: man sieht auch die Fehler und Begrenzungen des Gegenübers, aber man lehnt die Person nicht deswegen ab. Der Dalai Lama betont die Differenzierung, die Weisheit ermöglicht: Mitgefühl für die Person und gleichzeitig kann man deren destruktiven Taten zurückweisen. Das ist kein Widerspruch, wenn ein gutes Herz und Weisheit zusammenkommen.

In diesem Studienkurs wollen wir verschiedene Methoden kennen und einüben lernen, die unser gutes Herz weiter wecken und entfalten, so dass wir – langfristig – dem Ideal näherkommen, eine unbegrenzte Liebe, ein unbegrenztes Mitgefühl wie der Buddha zu entwickeln. 

Der Kurs wird sich am Geistestraining des Lojong aus dem Tibetischen Buddhismus, Methoden des Theravada und moderneren Methoden des Selbstmitgefühls und der Selbstliebe orientieren, um ein möglichst weites methodisches Feld zu erschließen. Er ist eine Toolbox (Werkzeugkasten) für die eigene Herzerweckung.

Sprache ist Deutsch.

Bhikshu Tenzin Peljor studiert und praktiziert Buddhismus seit 1996, wurde 2006 von S. H. dem Dalai Lama vollordiniert. Absolvent des Buddhismus-Studiums im „Masters-Programm“ im Lama Tsongkhapa-Institut, Italien. Unterrichtet Buddhismus und Meditation seit 20 Jahren. Sozial engagiert.

Die Teilnahme ist vor Ort und online möglich. Das Studienprogramm erstreckt sich über ein Jahr mit acht Terminen. Das Programm wird im Sommer 2025 mit einem einwöchigen Retreat im Retreathaus Berghof abgeschlossen.

Anmeldeschluss ist 28.09.2024.

Folgende Termine sind vorgesehen: 12./13. Oktober 2024, 16./17. November 2024, 14./15. Dezember 2024, 18./19. Januar 2025, 15./16. Februar 2025, 15./16. März 2025, 3./4. Mai 2025 und 21./22. Juni 2025; Termin für das Abschlussretreat wird noch bekannt gegeben.

Zeit | Jeweils Samstag 10 bis 18 Uhr und Sonntag 9.30 bis 13 Uhr 

Regulär 1080 Euro | Mitglieder 650 Euro | Ermäßigt 430 Euro (Ratenzahlung möglich; für Personen mit geringen finanziellen Möglichkeiten ist die Teilnahme auf Spendenbasis möglich.)

 

NOVEMBER 2024 BIS JULI 2025

Ab Samstag  2.11.2024 (vor Ort + live online) 

Leitung | Dr. Karsten Schmidt

 

Wer war der historische Buddha? 

In welchem Umfeld hat er gelebt? 

Worin bestehen die zentralen Aussagen seiner Lehre und wie hat diese sich verbreitet und entwickelt? 

Was sind die Besonderheiten der einzelnen Traditionslinien?

 

Entwicklungslinien des Buddhismus

Das neue Studienprogramm verfolgt vor allem zwei Zielsetzungen. Zum Ersten soll ein fundierter Überblick gegeben werden über die historische Entwicklung, Differenzierung und Verbreitung der wichtigsten buddhistischen Schulrichtungen mit ihren zentralen Lehren, Praktiken und charakteristischen Erscheinungsformen. Wie entstand der Buddhismus in Indien? Über welche Wege hat er sich verbreitet? Welche historischen Umstände waren relevant? Innerhalb dessen wird zum Zweiten ein besonderer Schwerpunkt darauf liegen, grundsätzlich zu verstehen, was die zentralen Lehraussagen bedeuten: Was genau ist mit Begriffen wie Nirvana, Leerheit oder Buddha-Natur gemeint? Welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten gibt es in den Lehraussagen der buddhistischen Hauptrichtungen? Welche Missverständnisse entstehen aus unserer heutigen Perspektive?

Entsprechend der doppelten Zielsetzung – 1) historischer Überblick 2) vertiefendes Verständnis – orientiert sich die inhaltliche Abfolge der Termine zunächst an der chronologischen Entstehung und Verbreitung der buddhistischen Schulrichtungen. Vor allem für das Verständnis der Lehraussagen wird es zudem hilfreich sein, an passenden Stellen jeweils die Geschichte der europäischen Sicht auf diese Traditionen hinzuzunehmen.

So wird es folgende thematische Schwerpunkte geben.

  • Am Anfang betrachten wir das historische Umfeld in Indien zur Zeit des Buddha. Welche Traditionen fanden sich dort? Welche Einflüsse gab es auf den frühen Buddhismus? Was ist das Verhältnis des frühen Buddhismus zu dem, was wir heute Hinduismus nennen? Dazu gehört auch ein kritischer Blick auf die Quellen und was wir überhaupt über diese Zeit wissen können.
  • Im Anschluss schauen wir uns die Person des Buddha an, so wie sie überliefert ist, und welche historischen Informationen es gibt. Welche Lehraussagen können wir dem Buddha konkret zuschreiben? Wie haben sich die Lehre und die Gemeinschaft nach seinem Tod weiterentwickelt? Neben den indischen Quellen gibt es hier eventuell auch bereits Hinweise in griechischen Texten.
  • Wir verfolgen die weitere Ausdifferenzierung buddhistischer Schulrichtungen, ihre Verbreitung in Indien, gefördert u. a. durch den König Ashoka, sowie über Indien hinaus nach Norden und Süden. Die vollständigste noch erhaltene Sammlung früher Lehren bildet der sog. Pali-Kanon, aus dem wir relevante Zitate und längere Passagen studieren. Wichtig sind auch die ersten bildlichen Darstellungen in der Gandhara-Region (heute Teile von Pakistan und Afghanistan) unter dem Einfluss griechischer Götterdarstellungen.
  • Ein größerer thematischer Abschnitt wird sich dem frühen Mahayana widmen. Zunächst die zentralen Lehren und Unterschiede zu den älteren Schulen. Wir befassen uns mit Ausschnitten aus wichtigen Texten, z.B. aus der Prajnaparamita-Literatur, der Madhyamaka-Schule und dem Yogachara, die grundlegend sind für alle weiteren Entwicklungen und China, Japan oder Tibet.
  • Der folgende Themenblock konzentriert sich auf den ostasiatischen Buddhismus, besonders die Tradition des Reinen Landes sowie Chan bzw. Zen in China und Japan. Durch die heutige Bekanntheit in Europa wird ein Schwerpunkt auf dem Zen liegen. Neben dem Textstudium lohnt sich dabei auch eine Beschäftigung mit charakteristischen Malereien. Interessant ist zudem die erste neuzeitliche Begegnung christlicher Missionare mit dem japanischen Buddhismus, die das europäische Verständnis lange Zeit prägte.
  • Die abschießende Betrachtung buddhistischer Traditionen richtet sich auf den tantrischen Buddhismus – das Vajrayana. Ausgehend von der Entstehung in Indien wurde der Buddhismus in dieser Richtung in Tibet eingeführt und bestimmt die dortige Kultur seitdem. Anhand von Textausschnitten untersuchen wir wieder die zentralen Lehren und spezifischen Praxisformen, um dann vor allem die Entwicklung in Tibet unter Einbeziehung der historischen Umstände zu verfolgen. Ein Blick auf Texte eines jesuitischen Missionars aus dem frühen 18. Jahrhundert, der in tibetischen Klöstern studierte, vermittelt uns zudem viele Hinweise auf die Schwierigkeiten des Verständnisses vor dem europäischen Hintergrund der damaligen Zeit, die immer noch relevant sind.
  • Im Anschluss an den Überblick über die Entwicklung der historisch wichtigsten Schulrichtungen schauen wir auf die Moderne. Durch Kolonialismus und intensivierte Forschung buddhistischer Quellen stieg zunehmend auch das Interesse am Buddhismus in Europa. Zunächst waren es z.B. in Deutschland Philosophen wie Schopenhauer oder Künstler wie Richard Wagner, die sich von buddhistischen Lehren inspirieren ließen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es die ersten europäischen Ordinierten in der Theravada-Tradition, sowie kleine buddhistische Zentren in Europa und Amerika. Wir verfolgen diese Entwicklung an einigen Beispielen und fragen schließlich, welche speziellen Themen, Herausforderungen oder Perspektiven sich aus dieser Entwicklung ergeben – z.B. für den Buddhismus im Westen oder für den christlich-buddhistischen Dialog.

Ausgangspunkt und Grundlage bilden Impulsvorträge anhand von Powerpoint-Präsentationen, gefolgt von Frage- und Antwort-Sequenzen sowie der Möglichkeit zur Diskussion. Besonders an den Samstags-Terminen haben wir Gelegenheit, intensiver Passagen aus buddhistischen Texten zu studieren oder ausführlicher auf allgemeinere Fragen einzugehen.

Alle Veranstaltungen werden aufgezeichnet und können auch nachträglich angeschaut werden. Unterrichtsmaterialien werden regelmäßig zur Verfügung gestellt. Ein Teilnahmezertifikat kann ausgestellt werden.

Bis Juli 2025 finden monatlich drei Online-Formate jeweils Donnerstagabend, 19.30 bis 21 Uhr statt und jeweils ein Samstagnachmittag, 14.30 bis 18 Uhr vor Ort (und live online) im Tibethaus.

Samstagstermine: 2.11.,7.12.2024,11.1.,8.2.,8.3.,29.3.,10.5.,7.6.,14.7.2025

Donnerstagsabendtermine: 7./14./21./28.11., 5./19.12.2024, 16./23./30.1., 6./13./20./27.2., 13./20./27.3., 3./10./24.4., 8./15./22.5., 5./12./26.6., 3./10.7.2025

Kursgebühr pro Monat | Regulär 95 Euro | Mitglieder 75 Euro | ermäßigt 50 Euro | freies Kontingent für Student/innen (bitte im Büro anfragen)

Freitag, 21. Juni 2024: Info-Abend mit Dr. Karsten Schmidt

Vita

 

Der Frankfurter Religionswissenschaftler Dr. Karsten Schmidt (Schwerpunkt asiatische Religionen), Vertreter des Tibethaus im Rat der Religionen und Leiter des Tibethaus-Bereichs Wissenschaft hat schon einige erfolgreiche Programmreihen im Tibethaus angeboten. Er ist auch der Initiator des Tibethaus Dialog Forums.