Studien- und Praxisprogramme

Auf dieser Seite finden Sie eine Übersicht über unsere aktuellen Studien- und Praxisprogramme und Veranstaltungsreihen.

Bewusstsein und Wahrnehmung

„Jene, die den wesentlichen Grund der Gegebenheiten, dieses Geheimnis, den Geist, nicht erkennen, mögen wünschen, Wohlergehen zu erreichen und Leiden zu beenden, doch sie werden auch weiter sinnlos [im Dasein] umherwandern. Daher werde ich diesen Geist wohl behüten und beschützen.“

– Shantideva (V, 17, 18a,b)

 

Bewusstsein und Wahrnehmung

Sich selbst und die Welt erforschen

Neues hybrides Studien- und Praxisprogramm im Tibethaus ab 14./15. Oktober 2023

Eine wichtige Qualität des Buddhismus ist die breitgefächerte Möglichkeit, das eigene Bewusstsein mit fein tarierten Methoden zu schärfen und zu entwickeln. Die Abhandlungen der alten buddhistischen Meister untersuchen sehr genau und detailliert, was den Geist ausmacht, wie er funktioniert und wie er trainiert werden kann. Ihnen folgend können wir lernen, was Geist ist, was Geistesfaktoren sind, welche Arten von Bewusstsein es gibt, wie sie entstehen, wie sie vergehen, welche Objekte wie wahrgenommen werden.

Mit diesem Studium der buddhistischer Psychologie, den Arten der Wahrnehmung und der Phänomenologie bekommen Student:innen eine „Landkarte des Geistes“ in die Hand, die auf den Erfahrungen herausragender Meister basiert, die die „Wissenschaft des Geistes“ zum Lebensmittelpunkt wählten und die ein hohes Maß an innerer Freiheit und Frieden erlangten. 

Die Besonderheit dieses neuen Studienprogramms besteht darin, dass wir uns sowohl auf die überlieferten Texte des Lorig stützen, als auch auf eine zeitgenössische Zusammenstellung der Themen, die hauptsächlich im zweiten Band „Mind“ der Serie „Science and Philosophy in the Indian Buddhist Classics“ vorliegen. Das Programm richtet sich an Menschen, die sich fragen, wie sich unser persönliches Denken und Handeln im Licht dieser Einsichten verändern könnte und die den Wunsch haben, Achtsamkeit und Mitgefühl in sich zu stärken. Aber auch an Buddhisten, die ihren Geist entfalten und dazu alle Facetten des Geistes als die eigentliche Arbeitsgrundlage genau kennenlernen möchten.

Es richtet sich an Menschen die…

… sich intensiver mit dem Zusammenwirken von Bewusstsein und „der Welt da draußen“ auseinandersetzen möchten. Welche Auffassungen vertraten die früheren Lehrenden? Wie unterscheiden sie sich vom heutigen Wissensstand der Menschheit, der durch die westlichen Wissenschaften formuliert wird? Gibt es Widersprüche, sind es Ergänzungen?

… die sich fragen, wie sich unser persönliches Denken und Handeln im Licht dieser Einsichten verändern könnte. Hilft es mir, besser im Alltag klar zu kommen? Hilft es mir, klarer zu sehen, mitfühlender zu agieren? Weniger zu leiden?

… die den Wunsch haben, Achtsamkeit und Mitgefühl in sich zu stärken und einzuüben

… die als Buddhisten ihren Geist entfalten und dazu alle Facetten des Geistes als die eigentliche Arbeitsgrundlage genau kennenlernen möchten.

Das Studienprogramm umfasst acht Wochenenden.

Der deutsche Mönch Tenzin Peljor legt in seinen lebensnahen und oftmals humorvollen Erklärungen ganz besonderen Wert auf den praktischen Nutzen dieses Wissens.

An den ersten vier Wochenenden werden wir uns im engeren Sinne mit den 6 Arten von Hauptbewusstseinen und den 51 Geistesfaktoren auseinandersetzen, die unsere Wahrnehmungen, Empfindungen und Erleben bestimmen. Ab dem fünften Wochenende werden die verschiedenen Arten von Bewusstsein erklärt, wie konzeptionelle, und nicht konzeptionelle Bewusstseine, dazu gehören auch die sogenannten Direktwahrnehmer und schlussfolgernde Erkenner oder gültige und nicht-gültige Erkenner. An den letzten Wochenenden widmen wir uns den Objekten der Wahrnehmung, den Ebenen des Bewusstseins und dem Bewusstsein im Todesprozess.

Neben der grundlegenden Wissensvermittlung werden Meditation, Selbstbeobachtung und Diskussionen wesentliche Bestandteile dieses Kurses sein.

Literatur in deutscher Sprache:

(1) „Der Geist und seine Funktionen“, Geshe Rabten, Edition Rabten

(2) „Stufen des Bewusstseins“, Geshe Rabten, Edition Rabten)

(3)  „Bewusstsein und Erkenntnis im Tibetischen Buddhismus“, Lati Rinpoche & Elisabeth Napper (Diamant Verlag)

Literatur in englischer Sprache:

(1)  „Science and Philosophy in the Indian Buddhist Classics, Vol. 1: The Physical World“, Thupten Jinpa & His Holiness the Dalai Lama  (Wisdom Publications)

(2)  „Science and Philosophy in the Indian Buddhist Classics, Vol. 2: The Mind“, Thupten Jinpa & His Holiness the Dalai Lama  (Wisdom Publications)

(3) „Mind in Buddhist Psychology, The Necklace of Clear Understanding“ by Ye-shes rGyal-mtshan, Dharma Publishing, Übersetzung von Herbert V. Guenther und Leslie S. Kawamura, Language: English (wird an einigen Universitäten verwendet); Language: English

(4) „Abhidharmasamuccaya: The Compendium of the Higher Teaching“ (Philosophy) (Hardcover) by Asanga übersetzt von Walpola Rahula, Sara Boin-Webb, Publisher: Asian Humanities Press (January 2001) 

Lehrer

Tenzin Peljor

Bhikshu Tenzin Peljor studiert und praktiziert Buddhismus seit 1996, wurde 2006 von S. H. dem Dalai Lama vollordiniert. Absolvent des Buddhismus-Studiums im „Masters-Programm“ im Lama Tsongkhapa-Institut, Italien. Unterrichtet Buddhismus und Meditation seit 20 Jahren. Sozial engagiert. 

Assistenz

Holger Götz, Dipl.-Ing. Elektrotechnik, Bachelor am „Institute of Buddhist Dialectics“, Dharamsala, spricht fließend Tibetisch

Klaus Beutler, langjähriger Schüler von Dagyab Rinpoche und Absolvent von philosophischen Studienprogrammen

Modalitäten & Termine

Wochenenden im Tibethaus vor Ort und online

Die Wochenenden finden im roten Saal des Tibethauses in Frankfurt, Georg-Voigt-Str. 4 statt. Eine Teilnahme vor Ort wird empfohlen, es ist aber auch eine Online-Teilnahme möglich. Alle Wochenenden werden aufgezeichnet und stehen zur Verfügung.

Die Zeiten sind voraussichtlich:

Samstags                     10 bis 13 und 15 bis 18 Uhr

Sonntags                      9.30 bis 13 Uhr

Der Ablauf gliedert sich in eine Abfolge von Vorträgen,, Meditation und interaktivem Austausch. Kursunterlagen, Video und mp 3 Aufnahmen werden per Dropbox zur Verfügung gestellt.

Regulär EUR 1.080,– / Tibethaus-Mitglieder EUR 720,– / Ermäßigt EUR 440,– (Ratenzahlung möglich)

Themenübersicht und Termine für das Studienprogramm (hier klicken)
Jetzt den Anmeldebogen ausfüllen (hier klicken)
Und einfach an uns schicken! -> info@tibethaus.com

Termine:

Folgende Termine sind vorgesehen (jeweils Samstag/Sonntag): 14./15.10., 16./17.12., 13./14.1., 3./4.2., 9./10.3., 20./21.4., 25./26.5. und 29./30.6.2024.

Abschlussretreat im Berghof nur vor Ort

Sehr empfehlen wir das gemeinsame Abschlussretreat vom 29.8. bis 1.9.2024 im Retreathaus Berghof.

Für das gemeinsame Abschlussretreat meldet man sich direkt im Retreathaus Berghof an unter

www.retreathaus-berghof.de/anmeldung.

Zeiten ǀ Donnerstag, 18 Uhr bis Sonntag, 15 Uhr

Kursgebühr ǀ Regulär 160 Euro ǀ Mitglieder 110 Euro ǀ ermäßigt/Studenten 70 Euro

zzgl. Kost und Logis

Mut zur Stille

 

 

Mit Wissen und innerem Forschen in die Stille kommen

BEGINN: SAMSTAG 18. UND SONNTAG 19. NOVEMBER 2023 (vor Ort + online)

Leitung | Bhikshu Tenzin Peljor

Ein Praxisseminar zu Bewusstsein und Meditation mit theoretischen Ergänzungen

Meditation ist heute weit verbreitet, aber selten wird das Wissen vermittelt, das für eine qualitativ hochwertige Meditationsentfaltung hilfreich ist. Jeder kennt Begriffe wie Aufmerksamkeit, Achtsamkeit, Konzentration oder Gewahrsein, aber was sind hier die Unterschiede, wie spielen sie zusammen, was bedeuten sie für die Meditationspraxis und wie kann man sie im Einzelnen fördern? Dann gibt es noch die Hindernisse: jeder kennt Müdigkeit oder Überdrehtsein – wie geht man damit um?

In diesem Seminar wird einerseits das nötige Hintergrundwissen über das Bewusstsein und seine Funktionsweise zur Verfügung gestellt, so dass dieses genutzt werden kann, die eigene Meditationspraxis besser verstehen, gestalten und vertiefen zu können. Andererseits werden grundlegende Meditationsübungen vorgestellt, bekannte – wie Atemachtsamkeit – und eher unbekannte Formen, wie Meditation über den Raum.

Das Seminar wendet sich an Interessierte, die eine regelmäßige Meditationspraxis entwickeln wollen oder die die Qualität ihrer Praxis vertiefen wollen.

1. Wochenende: Atem- und Körperachtsamkeit
Meditieren wie geht das? Grundlegendes Wissen zum Bewusstsein und seinen Funktionsweisen. Die Unterschiede von Aufmerksamkeit, Achtsamkeit, Konzentration und Gewahrsein. Umgang mit Müdigkeit und Aufregung. Was brauche ich, um eine nährende Meditationspraxis zu etablieren?

2. Wochenende: Achtsamkeit auf Gedanken, Emotionen und Empfindungen

Vertiefende Übungen. Neben den Techniken, den Strom von Gedanken und Emotionen regulieren zu lernen, so dass man eine Distanz findet und sie einen nicht mehr so beherrschen, benötigt man die Kraft der friedlichen Akzeptanz, um mit Gedanken und Emotionen weiser umgehen zu können. Mehrere geistige Faktoren spielen hier zusammen. Dies sowie das Wissen und der Umgang mit Hindernissen in der Meditation, werden am 2. Wochenende erforscht.

(Samstagnachmittag unter der Anleitung von Christian Stocker)

3. Wochenende: Herzentwicklung

Geistige Ruhe und Ausgeglichenheit sind sehr wohltuend. Da wir aber vor allen soziale Wesen sind, ist es wichtig, eine heilsame, liebevolle Beziehung zu sich selbst und anderen zu entwickeln. „Wenn jemand wirklich spirituell wird, dann muss er die Qualitäten von liebender Güte und Mitgefühl immer weiter entfalten. Und wer diese Tugenden besitzt, wird jeden in seiner Nähe glücklich machen.“ so bringt es Khunu Lamas auf den Punkt. In diesem Kursteil werden nicht nur Übungen zur liebevollen Annahme von Selbst und andern vermittelt, sondern auch Wege, sich selbst und anderen zu verzeihen und mit schwierigen Emotionen und Menschen umzugehen (RAIN Praxis nach Tara Brach).

(Samstagnachmittag unter der Anleitung von Christian Stocker)

4. Wochenende: Weisheit (Dekonstruktion)

Mit einem ruhigen Geist und einem guten Herzen, wird das Leben leichter und freudiger. Dummerweise hat der Geist aber eine Tendenz sich an Dingen, wie Ereignissen oder körperlichen und geistigen Prozessen wie eine Bulldogge festzubeißen und nicht loslassen zu können. Hier helfen Meditationsübungen zur Vergänglichkeit, der Leerheit von Gedanken, Emotionen, den Dingen und dem Selbst sowie und die Meditationen des Offenen Gewahrsein, der Nicht-Meditation, oder der Meditation über Bewusstsein und Raum.

Lehrende

Bhikshu Tenzin Peljor studiert und praktiziert Buddhismus seit 1996, wurde 2006 von S. H. dem Dalai Lama zum Bhikshu ordiniert. Absolvent des Buddhismus-Studiums im „Masters-Programm“ im Lama Tsongkhapa-Institut, Italien. Unterrichtet Buddhismus und Meditation seit 20 Jahren. Sozial engagiert. 

Christian Stocker, erfahrener MBSR- und MBCL-Lehrer und Autor, hat schon im ersten MUT ZUR STILLE Programm unterrichtet

Juristin, Absolventen des Lamrim-Studienprogramms im Tibethaus

Modalitäten

Eine Teilnahme vor Ort wird empfohlen, es ist aber auch eine Online-Teilnahme möglich.

Folgende Termine sind vorgesehen (jeweils Samstag und Sonntag): 18./19.11.2023, 27./28.1, 16./17.3. und 13./14.4.2024.

Zeit | samstags 10 bis 13 und 15 bis 18 Uhr, sonntags 9.30 bis 13 Uhr

Regulär 540 Euro | Mitglieder 360 Euro | Ermäßigt/Studenten 220 Euro

Sehr empfehlen wir das gemeinsame Abschlussretreat im Retreathaus Berghof: 29.08. – 01.09.2024