18.04.2013

Ausgabe 18.04.2013

 

Das Tibethaus 

Das Tibethaus Deutschland ist ein Kulturinstitut, das sich den buddhistischen Prinzipien der Toleranz und Offenheit verpflichtet fühlt.
Tibetinteressierte, BuddhistenInnen genauso wie Nicht-BuddhistenInnen, finden hier einen Ort, an dem sie buddhistische Philosophie und Praxis, Heilkunde, Gesellschaftsrelevantes, Wissenschaftliches, sowie die alte und moderne Kultur Tibets kennenlernen und erfahren können. 

 

 

Themenübersicht

Nachrichten:
1.  S.H. der Dalai Lama zu Gast in der Schweiz
2. „Dharma is a living System“
3. Filmtipp: „Free the Mind“
4. Fortbildungs-Tipp: Achtsamkeit

 

Programm:
1. Geshe Nawang Thapke: Schritte zum Erleuchtungsgeist
2. Klemens Ludwig: Gendün: Die Rückkehr des Panchen Lama. Ein Tibetkrimi
3. Anja Kruse: Der Weg in ein harmonisches und sinnvolles Leben
4. Dr. Katia Buffetrille: Tibet in Frankfurt. Zeltkloster in Amdo
5. Vorschau auf die ersten Mai-Veranstaltungen
6. Das neue Lam-Rim Studienprogramm
7. Zitat der Woche

Nachrichten

 

Wandmalerei der Weißen Tara aus dem Tsuglhakhang in Lhasa
© Peter Hessel

Neu: Wir werden in Zukunft jede Chömail mit einem Foto aus dem tibetischen Kulturkreis (siehe oben) einleiten. Interessenten, die gute Fotos haben, können sich an hessel@tibethaus.com wenden.

 


1. S.H. der Dalai Lama zu Gast in der Schweiz

Rund 16.000 Menschen haben am 13. und 14. April im Schweizer Fribourg an den Unterweisungen des Dalai Lama teilgenommen. Am Samstag und am Sonntag gab er Unterweisungen zum Text von Atisha Dipamkara „Die Lampe auf dem Pfad zur Erleuchtung“ (Jangchub Lamdrön). Seine Kommentare nutzte er wie so oft, um ihm am Herzen liegende gesellschaftliche Themen anzusprechen. Er betonte, dass der Respekt aller Religionen voreinander sowie die Schaffung von friedlichen Umständen und von ethischer Grundorientierung das Wichtigste sei. Das zu fördern sei auch die Hauptaufgabe der europäischen buddhistischen Organisationen. Auch sei er absolut dagegen, dass im Westen große buddhistische Tempel errichtet würden. Wortwörtlich: „Das passt nicht.“ Begegnungsstätten für das Studium und den Dialog seien absolut wichtig.
Am Sonntag erteilte der Dalai Lama eine Segensermächtigung in die Praxis der Weißen Tara aus dem Zyklus der Reinen Visionen des V. Dalai Lama. Nachmittags referierte er im öffentlichen Vortrag zum Thema „Religionsübergreifende Ethik“. Organisiert wurde die gesamte Veranstaltung durch die internationale buddhistische Gemeinschaft Rigdzin, die FPC-Tibet-Stiftung und das Zentrum Gendun Drupa.
Am Montag war der Dalai Lama dann Gast an der Universität Lausanne zu einem Austausch mit Wissenschaftlern.
Am Dienstag standen ein Besuch in Bern und ein Empfang durch die Nationalratspräsidentin auf seinem Programm.
Am Mittwoch beendete er seinen Aufenthalt in der Schweiz mit einem Besuch im Tibet-Institut in Rikon ZH.

 

Eröffnungsritual auf der Konferenz

2. „Dharma is a living System“
Bericht von der Zweiten Europäischen Tibetisch Buddhistische Lehrer/innen Konferenz

In Fribourg hatte schon am 12. April im kleinen Kreis die Zweite Europäische Tibetisch Buddhistische Lehrer/innen Konferenz stattgefunden, zu der S. H. der Dalai Lama eine Eröffnungsrede hielt. Elke Hessel nahm in Vertretung des Tibethauses Deutschland daran teil. Der Dalai Lama sprach über die Aufgaben des buddhistischen Repräsentanten im Westen. Und er betonte noch einmal etwas, was ihm in den vielen Jahren des Dialoges mit westlichen Wissenschaftlern klargeworden sei, nämlich, dass der Buddhismus sich im Wesentlichen aus drei Teilen zusammensetze: 1/3 Wissenschaft, 1/3 Philosophie und 1/3 Religion. Gerade in den beiden ersten Aspekten gäbe es phantastische Möglichkeiten mit westlichen Gelehrten auf Augenhöhe einen Erfahrungsaustausch zu gestalten. „We Buddhists should be 21st Century Buddhists – with full knowledge“. Des Weiteren unterstrich er, dass alle tibetische buddhistische Tradition einen gemeinsamen Ursprung hätten, nämlich die Nalanda Tradition. In Hinblick auf das Thema „säkulare Ethik“ wies der Dalai Lama noch einmal darauf hin, dass es Untersuchungen gäbe, denen zufolge inzwischen eine Milliarde Menschen weltweit keiner Religion angehörten und an nichts glaubten. Viele hätten auch keine ethischen Grundvorstellungen. Das sei alarmierend. Eine „Hygiene der Emotionen“ zu fördern, das sei ein wichtiger Beitrag der Erziehung. Dazu könnten Buddhisten einen wichtigen Beitrag leisten. Der exiltibetische Premierminister Sikyong Dr. Lobsang Sangay forderte in seiner Ansprache die Vertreter der tibetischen Zentren im Westen dazu auf, ihre Verbundenheit mit Tibet selber zu verstärken und sich nicht nur um sich selber zu drehen. Kernaktivität der Konferenz bildeten die Arbeitsgruppen, die unter der Leitung von Diego Hangartner über folgende Themen diskutierten und Antworten formulierten: Wie können die kostbaren buddhistischen Originaltexte bewahrt, aber auch übersetzt und zur Verfügung gestellt werden. Was können die westlichen buddhistischen Zentren dazu beitragen. Aber auch: wie können wir die jungen Exiltibeter der zweiten und dritten Generation erreichen und begeistern. Einer der Teilnehmer, Dr. Alex Berzin aus Berlin, formulierte in dem Zusammenhang den griffigen Satz: „Dharma is a living system“. 

3. Filmtipp:
Der Dokumentarfilm „Free the Mind“ über die Arbeit des Hirnforschers Prof. Richard Davidson, der erfolgreich mit den Mitteln der Meditation und Achtsamkeit traumatisierte und unter Angststörungen leidende Patienten therapiert hat, wird als Matineefilm am 21. und 28. April jeweils um 12.00 Uhr im Mal Seh’n Kino laufen. Mehr dazu unter: www.malsehnkino.de

4. Fortbildungs-Tipp:
Fachkongress Achtsamkeit und Mitgefühl in Psychotherapie und Gesundheitsvorsorge 14.-16. Juni an der Universität Freiburg. Mehr unter: www.arbor-seminare.de

Programm des Tibethauses Deutschland

1. Donnerstag 18. April
Schritte zum Erleuchtungsgeist – Das Herz tibetisch-buddhistischer Geistesschulung Unterweisungen des tibetischen Gelehrten Geshe Ngawang Thapkhe Zeit | 19 bis 21 Uhr
Mitglieder 8 Euro | Nichtmitglieder 12 Euro | für Tibeter kostenlos

2. Freitag 19. April
Gendün: Die Rückkehr des Panchen Lama
Ein Tibetkrimi - Lesung des Schriftstellers und Publizisten Klemens Ludwig
Um Anmeldung wird gebeten.
Zeit | 19.30 bis 21 Uhr
Kosten | 11 Euro | ermäßigt 9 Euro | Schüler/Studenten frei

 

 

3. Sonntag 21. April
Der Weg in ein harmonisches und sinnvolles Leben
Autorenlesung von Anja Kruse Anja Kruse ist seit fast 20 Jahren praktizierende Buddhistin. Die buddhistischen Erkenntnisse, insbesondere über die Lehre des Karma, haben Anja Kruse geholfen, harmonischere Beziehungen zu sich selbst und ihrer Umwelt aufzubauen. Sie hat erfahren, dass sie allein die Verantwortung für sich selbst hat und – da im Buddhismus alle Lebewesen miteinander verbunden sind – auch für andere. Ihr Buch „Mein Weg mit Buddha“ zeigt ehrlich und mitreißend den außergewöhnlichen Lebensweg der bekannten und beliebten Schauspielerin und ist ein inspirierendes Vorbild für ein spirituelles Leben. Um umgehende Anmeldung wird gebeten! Zeit | 18:30 bis 20:00 Kosten | 11 Euro | ermäßigt 9 Euro | Schüler/Studenten frei

 

Ngagpa in Amdo © Peter Hessel

4. Freitag 26. April
Tibet in Frankfurt: Vom Zeltkloster zum Kloster im Amdo Golok/Tibet
Lichtbildvortrag der Pariser Tibetologin Dr. Katia Buffetrille Der tibetische Ngagpa Kusum Lingpa war äußerst aktiv in der Wiederbelebung des Buddhismus in Tibet während der sogenannten “dritten Verbreitung des Buddhismus” ab 1981. Er organisierte den Ausbau des ursprünglichen Zeltklosters und rechtfertigte sein Ansinnen gegenüber den chinesischen Behörden sehr geschickt damit, dass er die Mönche, die berühmt waren als Darsteller des Gesar-Epos, unterstützen wolle.
Der Vortrag beschreibt sein Engagement und die spannende Entwicklung des Klosters. Mit dieser Veranstaltungsreihe wollen wir „Tibet nach Frankfurt holen“ für die, die nicht dorthin reisen können, aber auch für die, die eine Reise planen. (In englischer Sprache.) Dr. Katia Buffetrille, Tibetologin und Anthropologin. Sie forscht an der École pratique des Hautes Études, Paris, und ist Autorin und Herausgeberin von vielen Artikeln und Büchern zum tibetischen Kulturkreis (u.a. mit Professor Lopez).
Zeit | 19:30 bis 21:00
Kosten | 11 Euro | ermäßigt 9 Euro I Schüler/Studenten frei

5. Vorschau auf die ersten Mai-Veranstaltungen im Tibethaus Deutschland:
Freitag 3. Mai:
Vortrag des tibetischen Arztes Dr. Namgyal Phunrab über Stress und Burnout aus der Sicht der Traditionellen Tibetischen Medizin (TTM)
Samstag 4. Mai: Workshop mit Dr. Namgyal Phunrab: Wie die so genannten „Lung“-Erkrankungen (Stress und Burnout) mit Methoden aus der TTM behandelt werden.
Sonntag 5. Mai:
Einführung in die Meditation, Tagesseminar mit Birgit Justl und Martin Brüger Bitte umgehend anmelden!

6. Lamrim-Studienprogramm
Das nächste dreijährige Grundlagenstudienprogramm wird im September 2013 beginnen. Auch dazu finden sich mehr Infos unter:
http://www.tibethaus.com/programm/studienprogramme/studienprogramm-2013.html 

7. Zitat der Woche

„Eben weil ich universelle Verantwortung für alle spüre, sollte ich Erleuchtung erlangen wollen!“
                                                                                                   S.H. der Dalai Lama