24.03.2011

Ausgabe 24.03.2011

Das Tibethaus

Das Tibethaus Deutschland ist ein Kulturinstitut, das sich den buddhistischen Prinzipien der Toleranz und Offenheit verpflichtet fühlt.
Tibetinteressierte, BuddhistenInnen genauso wie Nicht-BuddhistenInnen, finden hier einen Ort, an dem sie buddhistische Philosophie und Praxis, Heilkunde, Gesellschaftsrelevantes, Wissenschaftliches, sowie die alte und moderne Kultur Tibets kennenlernen und erfahren können.

 

Themenübersicht

Nachrichten:
1. Chenresig-Praxis für die Erdbebenopfer in Japan
2. Unterweisungen von Geshe Ngawang Thapkhe im Tibethaus
3. Neue Thangkas sind jetzt auf der Homepage zu sehen
4. S. E. Dagyab Rinpoche in Singapur

Programm:
5. "Altruism and Compassion in Economic Systems"
6. Wiedersehen mit Amdo-Lichtbildvortrag
7. Tara - aktives Mitgefühl
8. Einführung in die Thangka-Malerei
9. AG Sterben, Tod und Trauer
10. Termine
11. Zitat der Woche

1. Chenresig-Praxis für die Erdbebenopfer in Japan

 

Dagyab Rinpoche hat uns alle bei seinem Kurs am letzten Wochenende darum gebeten in den nächsten sechs Monaten neben anderen Möglichkeiten der Hilfe insbesondere Chenresig-Praxis  durchzuführen um den Betroffenen unsere Anteilnahme auszudrücken und spirituelle Unterstützung zu geben.

Im Tibethaus selbst werden Martin Brüger und Birgit Justl in der geleiteten Mediation am Mittwoch in den nächsten Monaten die Chenresig-Praxis durchführen.  Die erste halbe Stunde des Abends wird wie bisher geleitete Meditation sein. Im zweiten Teil praktizieren wir zusammen die Chenresig-Puja.

Es wäre sehr nützlich, wenn sich möglichst viele an der gemeinsamen Praxis beteiligen und dann nach 6 Monaten die Anzahl der gesammelten Mantras ins Tibethaus-Büro schicken könnten.

Auf der Startseite unserer Homepage finden Sie die vorgeschlagene Praxis als PDF-Datei.

2. Unterweisungen von Geshe Ngawang Thapkhe im Tibethaus

Am 28. April und 30. Juni wird Geshe-la seine "Donnerstagsunterweisungen" zum Geistestraining (Lojong)im Tibethaus fortführen.

Zeit: 19:30-21:00 Uhr

3. Neue Thangkas sind jetzt auf der Homepage zu sehen

Wie angekündigt, können die neuen Thangkas des Tibethaus-Shops nun auf der Startseite unserer Homepage angeschaut werden. 

4.  S. E. Dagyab Rinpoche in Singapur
    Ein Bericht von Elke Hessel

Dagyab Rinpoche mit seinen Mönchen in Singapur


Im Januar und Februar ist Dagyab Rinpoche und seine Frau Norla wieder zu Gast im Buddhistischen Zentrum Gaden Shartse Drophen Ling in Singapur gewesen. Rinpoche hat das Zentrum in den letzten Jahren regelmäßig besucht, und inzwischen hat sich auf seine Anregung hin eine relativ große Gruppe von Mitgliedern, die sich wöchentlich zum Lamrim-Textstudium treffen, herausgebildet.

Das ist für chinesische Verhältnisse eher ungewöhnlich und sehr lobenswert.     

Ich glaube nicht, dass ich irgendwelche Vorurteile bediene, wenn ich behaupte, dass die meisten chinesischen Buddhisten ihre Aktivitäten auf das Ausrichten von und die Teilnahme an Reichtums- Hindernisbeseitigungs- und Langlebens-Pujas konzentrieren. Damit gehen auch alle möglichen begleitenden Rituale her, wie das Anzünden von Lampen, das Kaufen von Blumenarrangements, von Amuletten, das Überreichen von Geldgeschenken in roten Umschlägen, die überall bereit liegen. Viele Chinesen lieben diese Handlungen. Die Tempel gleichen normalerweise einem Bienenstock, und es herrscht ein emsiges Kommen und Gehen, Beten und Niederwerfen, Kaufen und Opfern.  Liebenswerte Moderatoren mit engelsgleicher Stimme preisen immer wieder zwischendurch durch das Mikrophon die wunderbare Möglichkeit an, Verdienst anzusammeln, in dem Kerzen, T-Shirts etc. gekauft werden können. Eintritt zu den Pujas, die oft in großen, angemieteten Hallen stattfinden, wird nicht erhoben. Die Kosten und ein oft stattlicher Gewinn (der zumeist zur Unterstützung der tibetischen Mönche in Indien verwendet wird) werden durch große Spenden reguliert. Der Zusammenhang vom Geben von Dana und dem Ansammeln von "Gutem Karma" ist zutiefst verwurzelt.

Die tibetisch buddhistische "Zentrumslandschaft" im chinesisch/malaysisch geprägten Singapur ist groß. Es wird geschätzt, dass es ca. 60 verschiedene Zentren gibt; die meisten davon sind von Anhängern der Nyingma- und Kagyu-Richtung errichtet worden.

Für mich war es sehr interessant zu sehen, wie stark die Atmosphäre der tibetisch buddhistischen Zentren durch die chinesische Kultur geprägt ist. Der Kontakt zwischen tibetischen Lamas und Singapur-Chinesen besteht - wie mir gesagt wurde - nicht erst seit 1959, sondern schon seit den 30ger und 40ger Jahren des 20. Jh. .

Dagyab Rinpoche selber setzt, wie ich oben schon erwähnte, einen Kontrapunkt zu den allgemeinen Gepflogenheiten, in dem er das regelmäßige Studium fördert und grundlegende tantrische Unterweisungen gibt.

Während meiner zehntätigen Anwesenheit in Singapur hat er mehrere beeindruckende Segensermächtigungen gewährt, u.a. in die Gelbe Tara, in die Sechszehn Staviras und in die "Sechszehn Tropfen der Kadampas".

Ich selber habe einen Vortrag über die Entwicklung des Tibethauses Deutschland gehalten und über unsere Projekte in Dagyab, der Heimat von Rinpoche. Für die dreitägige "Grand Puja", die in der Suntec City Hall stattfand, habe ich zudem - mit großer Unterstützung der freiwilligen Helfer des Zentrum - eine kleine Photo-Ausstellung über Tibet und insbesondere die Region Dagyab zeigen können.

Mich haben die warmherzigen, kompetenten, unkomplizierten und sehr disziplinierten vielen, vielen so genannten Volunteers des Zentrums schwer beeindruckt. Einige von ihnen haben Rinpoche, Norla und letztendlich auch mich rund um die Uhr versorgt. Ihnen gilt mein Dank.

5. "Altruism and Compassion in Economic Systems"  Session 3a
    Donnerstag 31. März
 
Wir zeigen auf DVD Vorträge der ungemein spannenden Mind & Life Konferenz  "Altruism and Compassion in Economic Systems", die 2010 unter der Anwesenheit des Dalai Lamas in Zürich stattgefunden hat.

Session 3 trägt dem Untertitel "Economic Research on Altruistic / Pro - social Behavior" und besteht aus dem Vortrag von  Richard Layard:  Altruismus und Wirtschaft. Anschließend besteht die Möglichkeit, gemeinsam über Vortragsinhalte zu diskutieren.
Moderation: Annette Kirsch und Ingrid Haas
Zeit: 19.30 Uhr |

6. Wiedersehen mit Amdo-Lichtbildvortrag      
    Freitag 1. April

Der Referent Lekshey  Hortsang Hofheinz ist der Vorsitzende des Vereins der Tibeter in Deutschland. Ursprünglich stammt er aus Amdo. 2010 ist er das erste Mal nach 16 Jahren in seine alte Heimat zurückgekehrt. In seinem Vortrag wird er über seine Erfahrungen und das Wiedersehen mit seinen Eltern und Freunden berichten.
Zeit: 19.30 bis 21 Uhr |

7. Tara - aktives Mitgefühl
    Robert Jandaka - Erfahrungswochenende

Der erfahrene Dharma-Tutor Robert Jandaka wird an diesem Wochenende eine theoretische, aber vor allem praktische Annäherung an die weibliche Gottheit Tara leiten und mit den Qualitäten aktiven Mitgefühls vertraut machen. Tara, die Mutter aller Buddhas, ist die Verkörperung der erleuchteten Aktivitäten aller Buddhas. Der Tara-Praxis wird zugeschrieben, dass sie Kraft, Mut und Selbstvertrauen stärkt. Bitte bis zum 28. 3. Anmelden!

Zeit: Samstag 10 bis 13 und 15 bis 18 Uhr | Sonntag 9.30 bis 13 Uhr |

Gebühren: Mitglieder 50 Euro | Nicht-Mitglieder 80 Euro |

8. Einführung in die Thangka-Malerei 
   Workshop

Die holländische Thangka-Mallehrerin Marian van den Horst kommt schon seit einigen Jahren regelmäßig  nach Frankfurt ins Tibethaus und führt behutsam und meditativ in die Grundlagen der tibetischen religiösen Malerei ein. Sie hat inzwischen eine kleine, stabile Gruppe von Schüler/innen, die sich auch zwischen den Kursen privat zum Zeichnen und Malen treffen. Neueinsteiger mit allgemeinen zeichnerischen Kenntnissen sind herzlich willkommen.

Um Anmeldung bis zum 4.4. wird gebeten.

Zeit: Freitag 18 bis 21 Uhr | Samstag 10 bis 13 + 15 bis 18 Uhr | Sonntag 10 bis 13 Uhr |

9. AG Sterben, Tod und Trauer

Die Arbeitsgruppe zu Sterben, Tod und Trauer wird diesmal theoretische Perspektiven im Hinblick auf die Begleitung von Sterbenden diskutieren und sich in diesem Sinne austauschen. Anschließend gemeinsame Meditationspraxis. Die Gruppe ist für alle Interessierten offen. Vorkenntnisse sind für die Teilnahme nicht notwendig.

Zeit: Sonntag, 10. 4. | 13 Uhr bis 18 Uhr |
Kursleitung: Corina Aguilar-Raab |

10. Termine

  • 25. März Vernissage im Tibethaus: Kalligraphie im Dialog: China-Iran-Tibet | 19:00 - 21:00 |
  • 26. März - 27. März Grundlagenstudium | Dr. Birgit Schweiberer | 10:00 - 18:00 |
  • 31. März "Altruism and Compassion in Economic Systems" Session 3a | Vortragsmitschnitte und Diskussion | Moderation Annette Kirsch und Ingrid Haas | 19:30 - 21:30 |
  • 02. April - 03. April | Tara - aktives Mitgefühl | Erfahrungswochenende| Robert Jandaka | 10:00 - 18:00 |
  • 08. April | Einführung in die Thangka-Malerei | Workshop | Marian van der Horst | 18:00 - 21:00 |
  • 09. April | Einführung in die Thangka-Malerei | Workshop | Marian van der Horst | 18:00 - 21:00 |
  • 10. April | AG Sterben, Tod und Trauer | Kursleitung | Corina Aguilar-Raab | 13:00 - 18:00 |
  • 10. April | Einführung in die Thangka-Malerei | Workshop | Marian van der Horst | 18:00 - 21:00 |
  • 15. April | Ein Klosterumbau bei den Sherpa - lokale und globale Akteure | Lichtbildvortrag | Dr. Michael Mühlich | 19:30 - 21:30 |

11. Zitat der Woche

"Alle Dharmas sind wie makellose Spiegelbilder, klar und rein, ungreifbar, unerklärlich, tatsächlich aus Ursache und Wirkung entstanden." Tsongkhapa

aus:"Die Welt hat mich trunken gemacht" von Elke Hessel