26.08.2010

Ausgabe 26.08.2010

Das Tibethaus

Das Tibethaus Deutschland ist ein Kulturinstitut, das sich den buddhistischen Prinzipien der Toleranz und Offenheit verpflichtet fühlt.
Tibetinteressierte, BuddhistenInnen genauso wie Nicht-BuddhistenInnen, finden hier einen Ort, an dem sie buddhistische Philosophie und Praxis, Heilkunde, Gesellschaftsrelevantes, Wissenschaftliches, sowie die alte und moderne Kultur Tibets kennenlernen und erfahren können.



Themenübersicht

Nachrichten:

1. Tibethaus Deutschland hat seine Sommerpause beendet
2. S.E.Dagyab Kyabgön Rinpoche in Dharamsala
3. Abschlussretreat zum 1. Jahr des Aufbaustudiengangs Madhyamakavatara Bericht von Ute Klockmann/Ingrid Glass
4. S.E. Dagyab Kyabgön Rinpoche zu Gast im Chöling in Hannover
5. Unglück in Ladakh

Programm:

6. Avalokiteshvara - das Herz öffnen
7. Tibethaus beim Frankfurter Museumsuferfest
8. Das 10. Straßenfest auf der Leipziger Straße
9. Termine
10. Zitat der Woche

1. Tibethaus Deutschland hat seine Sommerpause beendet

Das zweite Halbjahr mit vielen Veranstaltungen in den fünf Themenbereichen hat begonnen. Wir freuen uns auf zahlreiche Besucher/innen.


Daniela & Anja


Am Montag haben wir zwei neue Mitarbeiterinnen offiziell willkommen geheißen: Daniela Böhnke, die das Büro leitet, und Anja Bernet, die ab November unsere kaufmännische Leitung übernehmen wird.

2. S.E.Dagyab Kyabgön Rinpoche in Dharamsala


Dagyab Kyabgön Rinpoche und Karmapa 2010 in Dharamsala

Zum ersten Mal seit längerer Zeit war unser Lehrer Dagyab Rinpoche im August zu Besuch in Dharamsala, dem Sitz der tibetischen Exil-Regierung in Indien. Nach seiner Rückkehr haben wir ihn um einen kurzen Reisebericht gebeten:

Gerade komme ich von einem zehntägigen Besuch in Dharamshala, Indien, zurück. Es war mein erster Besuch in Dharamsala seit 22 Jahren. Die Veränderungen dort sind in jeder Hinsicht groß.
Grund meiner Reise war die Arbeit an einer buddhistischen Publikation, die im nächsten Jahr erscheinen soll (zunächst nur auf Tibetisch). An mehreren Tagen konnte ich die tibetische Bibliothek - die Library of Tibetan Works and Archives (LTWA) - und das Amnye Machen Institute besuchen. Außerdem hatte ich die Möglichkeit, Seine Heiligkeit den Dalai Lama zu treffen.

Die LTWA hat eine sehr große Sammlung von Tibetica, viele Bereiche umfassende Publikationen und wunderbare Archive. Sie führt nicht nur Bücher und Zeitschriften, sondern auch moderne Medien wie z.B. Scans und CDs. Das Amnye Machen Institute konzentriert sich auf historische Veröffentlichungen, z.B. Biografien und Bücher zur Landeskunde Tibets. Das Institut ist sehr produktiv und leistet wertvolle Dienste.
Ich habe von diesen beiden Stellen wichtige Informationen und hilfreiches Arbeitsmaterial bekommen. An der LTWA werden auch kontinuierlich buddhistische Unterweisungen für Nicht-Tibeter gegeben. In Dharamsala leben einige Westler, um die tibetische Sprache und/oder den Buddhismus zu studieren.

Samdhong Rinpoche, der amtierende Kalön Tripa der Exilregierung (einem Premierminister vergleichbar) und viele andere alte Freunde und Landsleute haben mich am Flughafen von Dharamsala begrüßt und zu dem Gästehaus begleitet, in dem ich untergebracht war.
Als ich im Oberen Tantrakolleg - Gyütö Datsang - zum Essen eingeladen war, hatte ich auch die Möglichkeit, zum ersten Mal den 17. Karmapa Rinpoche zu treffen. Er lebt seit zehn Jahren in diesem Kloster. Karmapa ist nicht nur eine ganz besondere Persönlichkeit, er hat auch ein großes Interesse an der buddhistischen Literatur und stellte mir viele Fragen, u.a. zu den ausführlichen Ngöndro-Kommentaren.
Die in Dharamsala ansässige Dagyab-Gemeinschaft (ca. 700 Leute) hatten darum gebeten, dass ich eine Einweihung gebe. Außerdem wollten sie eine Langlebenszeremonie für mich machen und den heimatlichen Dro-Tanz vorführen. Für die Feierlichkeiten haben sie extra Chungtsang Rinpoche, den zweithöchsten Lama von Dagyab, aus Südindien nach Dharamsala eingeladen. Ich habe mich sehr gefreut, ihn zu treffen.
Durch diese Reise wurde meine enge Verbindung zu meinen Landsleuten und alten Freunden wieder verstärkt.

Wer sich für Tibet, die Tibeter, ihre Religion und Kultur interessiert, dem kann ich nur empfehlen, Dharamsala zu besuchen und sich ein eigenes Bild von diesem "Tibet im Exil" zu machen.

3. Abschlussretreat zum 1. Jahr des Aufbaustudiengangs Madhyamakavatara
   
Bericht von Ute Klockmann/Ingrid Glass

Ein von Chö-la, (Dr. Birgit Schweiberer) geleitetes einwöchiges Retreat im Kamalashila Institut in der Eifel bildete den Abschluss und Höhepunkt des ersten Jahres des Aufbaustudiums Madhyamakavatara.

Nach einer außerordentlich kooperativen und harmonischen Woche brachten alle auf verschiedene Weise zum Ausdruck, wie reich beschenkt sie sich fühlten durch Chö-las Meditationsanleitungen, die auf unterschiedlichen Ebenen die Unterweisungen zum Studientext aufnahmen. Durch ihre geduldige, präzise und umfassende Beantwortung aller Fragen, die bei den Teilnehmern entstanden waren, öffneten sich  immer wieder neue Türen zu Erkenntnissen. Die Erfahrungen mit den verschiedenen Betrachtungen der Leerheit haben Aspekte erschlossen, die bisher nicht deutlich und bewusst waren.

Chö-las  liebevolle Hinwendung zu kleineren und größeren Sorgen Einzelner, ihr Humor und das bereitwillige Eingehen auf Wünsche der Teilnehmer zum Einüben bestimmter Meditationstechniken ließen eine Vorstellung von Bodhicitta aufblitzen.

Die Arbeit dieser Woche ist sicher für uns alle eine große Inspiration und ein starker Motor für intensives Studium und sorgfältige Praxis, so gut wir es vermögen. Wir freuen uns auf das, was kommt!  Danke hierfür Chö-la.

Ein ausführlicher Bericht wird im nächsten Tibethaus Journal folgen.

4. S.E. Dagyab Kyabgön Rinpoche zu Gast im Chöling in Hannover 

   Die einhundert Ratschläge des Pha Dampa Sangye

  10.09. 2010 - 12.09.2010

Vor beinahe 1000 Jahren zog der indische Gelehrte Pha Dampa Sangye nach Tibet, um den Bewohnern des Schneelandes den Buddhismus nahe zu bringen. Kurz vor seinem Tod wurde er gebeten, die Essenz seiner Lehren der Nachwelt zu überliefern. Er hielt eine Rede, in der er seine Hörer, die Bewohner von Dingri, eindringlich ermahnt, den Schatz ihrer kostbaren Existenz zu nutzen und den Buddha-Dharma zu praktizieren. Dazu gab er vielfältige Ratschläge und erläuterte die Qualitäten des erleuchteten Geistes.

Pha Dampa Sangye (gestorben 1117) wurde der Überlieferung nach in Südindien geboren und begann seine Lehrtätigkeit in Indien, die er später in Tibet und China fortsetzte. Durch seine Lehrtätigkeiten entwickelte sich die tib. bud. Shidsche-(shi-byed) Tradition. Die Kern Praxis dieser Tradition ist die Chö-Praxis und hierbei gibt es sog. phochö und mochö (männlich Chö und weiblich Chö). Die Phochö-Praxis wurde durch seinen wichtigen Schüler Mangra Serpo (sMang-ra ser-po) und Mochö durch eine seiner Hauptschülerinnen Machig Labdrön (Ma-gcig Lab-sgron) weiter übertragen. Pha Dampa Sangye ist ein Zeitgenosse von Milarepa.

S.E.Dagyab Kyabgön Rinpoche wird ausführliche Erläuterungen an Hand dieses wertvollen Textes geben. Die Unterweisungen am Fr 10. und Sa 11. September sind sowohl für anfänglich Interessierte als auch für länger Praktizierende geeignet.

Am Sonntag 12.Sept. wird S.E. Dagyab Kyabgön Rinpoche ein Jenang (Segensermächtigung) in

Padmasambhava geben. Die TeilnehmerInnen an der Emächtigung sollten die buddhistische Zuflucht genommen haben; hierzu wird vorher Gelegenheit gegeben.

Zeiten: Freitag 9.30 - 18.00 Uhr, Sonnabend 9.30 - 18.00 Uhr, Sonntag 9.00 - 13:00 Uhr

Teilnahmegebühr: € 70 (Vereinsmitglieder €55) zzgl. Spende (Dana) an den Lehrer. Ermäßigung möglich.

Anmeldung: mit Angabe der Teilnahme an Frühstück, Mittag- und Abendessen, info(at)choeling(dot)de oder 0511 8790210 (AB)

Organisation: Jochen Dienemann

5. Unglück in Ladakh

Wir alle sind betroffen vom unsäglichen Unglück in Pakistan.

In dieser Chömail möchten wir hier jedoch auf die in Vergessenheit geratende schwere Katastrophe in Ladakh - insbesondere Leh und die umliegenden Dörfer - hinweisen.

In der Nacht vom 5. auf 6. August ist es von einem schweren Unwetter getroffen worden, das Überschwemmungen und Erdrutsche ausgelöst hat, ganze Ansiedlungen wurden ausgelöscht.
Vor diesem traurigen Hintergrund bekommt auch eine seit vielen Monaten geplante und vorbereitete Europa-Tournee mit 8 Mönchen und 2 Laiendarstellern aus dem Kloster Tserkarmo in Ladakh eine noch größere Bedeutung. Ab Ende September wird die Gruppe in Deutschland sein, organisiert wird die Tournee vom Drigung Kagyue Verein.

Der Verein hat übrigens auch ein Spendenkonto für den Wiederaufbau in Ladakh eingerichtet. Siehe: www.dharmakirti.de

6. Avalokiteshvara - das Herz öffnen
    Freitag 3. - Sonntag 5. September 2010

Aktuell möchten wir folgendes Wochenendseminar von Dharmatutor Alfred Woll im Tibethaus empfehlen, der im Rahmen unseres "Basiskurses Tantra" angeboten wird.

Dieser Kurs ist erfahrungsorientiert angelegt und integriert westliche Methoden der Annährung an Avalokiteshvara. Dieser repräsentiert das umfassende Mitgefühl und nährt die eigenen Fähigkeiten zu lieben und mitzufühlen.

Mit Hilfe von Übungen und Meditationen werden die Teilnehmer mehr über sich selbst und ihre Beziehung zu anderen lernen.

Zeit | Freitag 19.30 bis 21 Uhr | Samstag 10 bis 13 und 15 bis 18 Uhr | Sonntag 9.30 bis 13 Uhr |

Kosten | Mitglieder 60 Euro | Nicht-Mitglieder 100 Euro |

7. Tibethaus beim Frankfurter Museumsuferfest

Das Tibethaus Deutschland wird mit einem Info- und Verkaufsstand vertreten sein. Es werden Bücher, Statuen, Thangkas, Gebrauchskunst, tibetische Puppen u.v.m. angeboten werden, und Puntsok Tsering wird wieder seine Kalligraphie-Kunst demonstrieren.

Wir freuen uns auf zahlreichen Besuch!

Zeiten: Fr. 27. August von 17 - 22 Uhr, Sa. 28. August von 12 - 22 Uhr, So. 29. August von 10 - 20 Uhr

Ort: Vor dem Museum der Weltkulturen, Schaumainkai 29 - 37 (das Museum wird übrigens einige

hochinteressante Sonderveranstaltungen anbieten)

näheres unter:

8. Das 10. Straßenfest auf der Leipziger Straße

Tibethaus Deutschland wird auch in diesem Jahr dort einen Stand haben.

Wann: Samstag, 4. September 2010, 11 bis 24 Uhr

Wo: Leipziger Straße
(Ecke Adalbertstr. bis Ecke Rohmerstr.) Frankfurt Bockenheim

9. Termine

  • 27.08. - 29.08. | Tibethaus beim Frankfurter Museumsuferfest
  • 03.09. - 05.09. | Avalokiteshvara - das Herz öffnen | Erfahrungswochenende| Alfred Woll
  • 04.09. | Das 10. Straßenfest auf der Leipziger Straße | 11 bis 24 Uhr |
  • 11.09. - 12.09. | Mongolische Heilkunst & Spiritualität - Berühren mit Worten und Händen Workshop | Galsan Tschinag |
  • 17.09. - 22.09. | Ruhen in der Natur des Geistes | Retreat | Alfred Woll |
  • 19.09. | Tibetisch für Anfänger | Workshop | Puntsok Tsering | 15:30 - 18:00 |
  • 20.09. | MBSR Stressbewältigung durch Achtsamkeit nach Prof. Jon Kabat-Zinn | 8-Wochen-Programm | Angelika Wild-Regel | 19:00 - 21:30 |
  • 21.09. | MBSR Stressbewältigung durch Achtsamkeit nach Prof. Jon Kabat-Zinn | 8-Wochen-Programm | Angelika Wild-Regel | 09:00 - 11:30 |
  • 24.09. - 26.09. | Die Sieben Kostbaren Dharmas, Teil I | Seminar mit Segensermächtigung S.E. Dagyab Rinpoche |

10. Zitat der Woche

"Eine festgefügte Realität, die als substantielle Einheit in Raum und Zeit existiert, gibt es unserer Auffassung nach nicht."

aus:"Buddhistische Glückssymbole" von L.S.Dagyab Rinpoche