04.11.2010

Ausgabe 04.11.2010

Das Tibethaus

Das Tibethaus Deutschland ist ein Kulturinstitut, das sich den buddhistischen Prinzipien der Toleranz und Offenheit verpflichtet fühlt.
Tibetinteressierte, BuddhistenInnen genauso wie Nicht-BuddhistenInnen, finden hier einen Ort, an dem sie buddhistische Philosophie und Praxis, Heilkunde, Gesellschaftsrelevantes, Wissenschaftliches, sowie die alte und moderne Kultur Tibets kennenlernen und erfahren können.



Themenübersicht

Nachrichten:
1. Unterstützung bei unserer Computer- und Telefontechnik
2. Dialog: Buddhismus und Neurologie

Programm:
3. Die Mon-Tawang an der Grenze zu Tibet | Lichtbildvortrag Lobsang Tenpa
4. Einführung in die Thangka-Malerei
5. Die Kraft der klaren Linie - Thangka-Malerei - eine Annäherung
6. Danzan Ravjaa - genialer Lama der Gobi
7. "Vom Shareholder zum Careholder"
8. Die Sehnsucht nach Erwachen und die Liebe zur Welt
9. Termine
10. Zitat der Woche

1. Unterstützung bei unserer Computer- und Telefontechnik

Als gemeinnütziger Verein mit begrenzten finanziellen Möglichkeiten sind wir immer wieder auf ehrenamtliche Hilfe angewiesen. Derzeit stoßen wir mit den uns zur Verfügung stehenden Wissensressourcen als Tibethausmitarbeiter bei der Wartung und Neuinstallation von PCs und Telefontechnik an unsere Grenzen und möchten um Unterstützung bitten. Wer - im Frankfurter Raum lebend - könnte sein Fachwissen in diesem Bereich zur Verfügung stellen und uns mit Rat und Tat - im Notfall auch kurzfristig - zur Seite stehen?

Wir würden uns sehr über eine Antwort freuen!

Euer Tibethaus-Team    info(at)tibetaus(dot)com

2. Dialog: Buddhismus und Neurologie   
    Oder: "Braucht man zum Rechnen ein Gehirn oder geht es auch ohne?"

   Bericht von Ingrid Haas

Solchen und anderen Fragen widmeten sich am vergangenen Freitag Prof. Dr. Dr. Kai Vogeley und der Tibetologe Oliver Petersen in der Dialogveranstaltung "Buddhismus und Neurologie", die im Kulturinstitut Tibethaus Deutschland in Frankfurt stattfand. Da sich beide Referenten dem Dialog verpflichtet fühlen und nach Wegen zu einer sinnvollen Kombination von althergebrachtem Wissen mit modernen Forschungsergebnissen suchen, um dadurch zu einem besseren Verständnis und mehr Glück für alle Menschen beizutragen, konnten die zahlreichen Gäste auf einen interessanten Abend gespannt sein.

Zunächst sprach der Kölner Universitätsprofessor für Psychiatrische Früherkennung und Prävention Kai Vogeley über seine Forschungsarbeiten. Unter anderem untersucht er das Phänomen der "joint attention", bei welchem sich eine Versuchsperson mit einer anderen Person synchronisiert (oder auch nicht). Eine Person dreht z.B. die Augen nach oben, die andere Person sieht das und tut es auch. Was spielt sich dabei im Gehirn ab, welche Gehirnregionen werden aktiv? Oder wie lange dauert es, bis man sich in einen anderen Menschen hineinversetzen kann? Die Versuchsperson sieht einen Menschen in einem Raum, in welchem sich rote Kugeln befinden, einige davon im Rücken des Menschen, so dass er die Kugeln nicht sehen kann. Wie viele Kugeln sieht der Mensch? Um diese Fragen beantworten zu können, muss die Versuchsperson die Perspektive des anderen Menschen einnehmen. Und was tut unser Gehirn, wenn wir "gar nichts tun"?

Zweiter Redner des Abends war Oliver Petersen, Tibetologe und Leiter von Meditationsseminaren und Studienkursen am tibetischen Zentrum in Hamburg, in welchem er von 1983 bis 1999 als Mönch lebte. Petersen sprach über die buddhistische Sichtweise zu den aktuellen Forschungsergebnissen der Neurologie. Zwar wird in keiner der traditionellen buddhistischen Schriften der Begriff "Gehirn" erwähnt, doch der Begriff "Geist" oder "Bewusstsein" ist im Buddhismus sehr geläufig und wird beschrieben als eine Entität, die eine "erkennende" Funktion hat. Dabei unterscheidet der Buddhismus eine grobe substantielle Ebene des Geistes, eine subtile Ebene und eine sehr subtile Ebene. Die sehr subtile Ebene bleibt nach der buddhistischen Auffassung auch über den Tod hinaus erhalten. An dieser Stelle knüpfte sich die Frage an: braucht das Bewusstsein eine materielle Grundlage, die wissenschaftlich nachgewiesen werden kann, die man sehen, messen und wiegen kann? Seine Heiligkeit der Dalai Lama sagt immer: wenn der Buddhismus etwas lehrt, was wissenschaftlich wiederlegt wird, dann muss der Buddhismus seine Ansichten korrigieren. Allerdings ist zu unterscheiden zwischen Phänomenen, welche wissenschaftlich widerlegt sind, und Phänomenen, welche wissenschaftlich nicht untersucht sind, z.B. ist die buddhistische Hypothese der Wiedergeburt weder wissenschaftlich widerlegt noch wissenschaftlich bewiesen.
Die alten Ägypter mumifizierten von einem Menschen alles außer dem Gehirn, weil sie dieses für unnützen Füllstoff hielten. Könnte ein Mensch ohne Gehirn rechnen lernen? Diese hypothetische Frage blieb am Ende unbeantwortet im Raum stehen.

Wir werden einen weiteren Themenabend im Bereich Wissenschaft anbieten: 
am Freitag, dem 26. 11., 19.30 bis 21.30 Uhr zum Thema: " Ethische Fragen im Zusammenhang mit der Stammzellenforschung".  Vorträge und Dialog mit Prof. Faissner und Franz-Johannes Litsch

3. Die Mon-Tawang an der Grenze zu Tibet 

    Donnerstag, der 4.Nov. | Lichtbildvortrag Lobsang Tenpa



Das mit den Tibetern ethnisch und kulturell verwandte Volk der Mon-Tawang lebt im indischen Bundesstaat Arunachal Pradesh an der Grenze zu Tibet - ganz im Osten des Himalayas in einer landschaftlich wunderschönen Gegend.

Der tibetische Wissenschaftler Lobsang Tenpa hat über das Volk der Mon-pa  intensiv geforscht. Zeit: 19.30 bis 21.30 Uhr | 

Gebühren: 7 Euro bzw.  9 Euro |

4. Einführung in die Thangka-Malerei 
    Freitag, der 5. - Sonntag, der 7.Nov. | Workshop von Marian van der Horst

Die erfahrene Thangka-Mallehrerin vertieft die Grundlagen der tibetischen religiösen Malerei. Neueinsteiger mit zeichnerischen Grundkenntnissen sind herzlich willkommen.
Zeit | Freitag 18 bis 21 Uhr | Samstag 10 bis 13 + 15 bis 18 Uhr | Sonntag 10 bis 13 Uhr |
Gebühren: 75 Euro bzw. 95 Euro |

5. Die Kraft der klaren Linie - Thangka-Malerei - eine Annäherung
    Samstag, der 6. Nov. | Tibethaus Vernissage |

Wir laden ein zur Vernissage mit Arbeiten - Zeichnungen und Thangkas - der holländischen Thangka-Mallehrerin Marian van der Horst und ihrer Frankfurter Schülerinnen und Schüler. Marian und ihre Schüler/innen werden anwesend sein und freuen sich auf Gespräche bei tibetischen Momos und Tee.

Zeit: 19 Uhr

6. Danzan Ravjaa - genialer Lama der Gobi 

    Freitag, der 12. Nov. | Lichtbildvortrag von  Sonja Meiners

Danzan Ravjaa wurde im Jahr 1803 als Kind sehr armer Eltern im Südosten der Mongolei geboren. Er war einer der größten Mystiker, Künstler und Kulturkritiker der Mongolei werden. Danzan Ravjaa gründete mitten in der Gobi ein Theater, war Dichter, Songwriter, Maler und Heilkundiger, und er liebte die Frauen und den Alkohol. Sein unkonventioneller Charakter erinnert an den sechsten Dalai Lama.

Sonja Meiners: Die Heilpraktikerin und "Kulturastronautin" beschäftigt sich seit Jahren mit der mongolischen Kultur, Religion und Naturheilkunde. Sie reist regelmäßig in die Mongolei und hat die Stätten des Wirkens Danzan Ravjaas besucht. 

Zeit: 19.30 bis 21.30 Uhr  |

Gebühren: 7 Euro bzw.  9 Euro |

7.  "Vom Shareholder zum Careholder" 
    Ist "Social Business" ein neuer Wirtschaftszweig?
    Donnerstag, der 18. Nov. | Vortrag von Anna Matzenauer

Ist Social Business möglicherweise das Schlüsselkonzept für den gesellschaftlichen Wandel? Die Verknüpfung von Wirtschaft und Sozialem im Bewusstsein der Menschen kann den notwendigen Paradigmenwechsel einleiten.

Anna Matzenauer arbeitet seit 1997 als systemische Trainerin und Coach für Organisationen und Einzelne. Sie veranstaltet die Vortragsreihe mission possible/Uni HD.
Zeit: 19.30 bis 21.30 Uhr  |
Gebühren: 7 Euro bzw.  9 Euro |

8. Die Sehnsucht nach Erwachen und die Liebe zur Welt
    Freitag, der 19. - Samstag, der 20. Nov.
    Öffentlicher Vortrag und Seminar von Sylvia Wetzel

Wir lieben das Leben und sehnen uns nach dem, was darüber hinausführt. Wo bleibt die Liebe zur Welt, wenn wir ganz tief begreifen, dass das Leben zwar voller Wunder ist, aber auch unbeständig  und wir das Leben auch mit Meditation nicht in den Griff kriegen.
Zeit: Öffentlicher Vortrag: Freitag 19.30 - 21.30 Uhr | Seminar: Samstag 10 - 17 Uhr |
Gebühren: Freitag: 9 Euro bzw. ermäßigt 7 Euro | Samstag: Nichtmitglieder 50 Euro bzw. Mitglieder 30 Euro

Achtung: Die auf Deutsch gesungene Tara-Puja wird von Sonntag auf Samstagnachmittag nach dem öffentlichen Workshop vorverlegt (Anmeldung direkt unter frankfurt(at)tara-libre(dot)org für diejenigen, die schon an Tara-Kursen teilgenommen haben).
Sonntag findet von 10 - 17 Uhr ein interner Lamrim-Studientag statt, das Treffen der regionalen Studiengruppe Sylvia Wetzels. Neueinstieg für motivierte Frauen nach Absprache. Anmeldung unter: frankfurt(at)tara-libre(dot)org

9. Termine

  • 04.11. | Die Mon-Tawang an der Grenze zu Tibet | Lichtbildvortrag | Lobsang Tenpa | 19:30 - 21:30 Uhr |
  • 05.11. - 07.11. | Einführung in die Thangka-Malerei | Workshop | Marian van der Horst |
  • 12.11. | Danzan Ravjaa - genialer Lama der Gobi | Lichtbildvortrag | Sonja Meiners | 19:30 - 21:30 |
  • 18.11. | "Vom Shareholder zum Careholder" Ist Social Business ein neuer Wirtschaftszweig? | Vortrag | Anna Matzenauer | 19:30 - 21:30 Uhr |
  • 19.11. - 20.11. | Die Sehnsucht nach Erwachen und die Liebe zur Welt | Öffentlicher Vortrag und Seminar | Sylvia Wetzel |
  • 26.11. | Ethische Fragen im Zusammenhang mit der Stammzellenforschung | Vorträge und Dialog | Professor Dr. Andreas Faissner und Franz- Johannes Litsch | 19:30 - 21:30 Uhr |
  • 10.12. - 12.12. | Die Sieben Kostbaren Dharmas, Teil II | Seminar mit Segenseinweihungen | S.E. Dagyab Rinpoche |

10. Zitat der Woche

"Möge ich mich unermüdlich bemühen, anderen Wesen zu nützen, ohne auch nur einen einzigen Augenblick darin nachzulassen, sei es aufgrund von Niedergeschlagenheit oder Erschöpfung oder irgend etwas Ähnlichem."

aus: "Der Dharma" von Kalu Rinpoche