10.04.2008

Ausgabe 10.04.2008


Themenübersicht

Berichte und Nachrichten:
1. Unruhen in Tibet - was können wir tun?
2. Der "Friedensmarsch für Tibet" hat seinen Zielort erreicht
3. Ins Reich des Bhairava und der Yoginis Bericht einer besonderen Indienreise von Elke Hessel
4. Aus der Tibethaus-Schreibwerkstatt
5. Füllen und Segnen buddhistischer Statuen im Tibethaus
6. Unterstützung bei der Vorbereitung des Besuches S.H.Dalai Lama 2009 in Frankfurt gesucht

Programm:
7. S.E.Dagyab Kyabgön Rinpoche bei Jewel Heart in Holland
8. I.E. Jetsün Chimey Luding erteilt Kurukulle Ermächtigung
9. Termine
10. Zitat der Woche

1. Unruhen in Tibet - was können wir tun?

Viele Leute möchten wissen, wie sie das Anliegen der Tibeter unterstützen können. Während des Osterkurses haben wir gemeinsam für die verstorbenen Tibeter und Chinesen und für die Herstellung des Friedens in Tibet und der ganzen Welt gebetet. Jeden Mittwoch und jeden Donnerstag finden im Tibethaus um 19.30 Uhr "Meditationen für den Frieden" statt.

Abgesehen von solch "stiller Unterstützung" schlägt Rinpoche vor, Unterschriften zu sammeln und Briefe an Politiker und Institutionen zu schreiben. Wir alle sollten uns aufgerufen fühlen, unsere Einflussmöglichkeiten zu nutzen, um dem friedlichen Bemühen um echte Autonomie in Tibet Stärke zu verleihen.

Unsere Mitglieder und alle Freunde Tibets möchten wir ermutigen, sich an friedlichen Aktionen aller Art engagiert zu beteiligen. Hier einige Möglichkeiten:

     

    • Unterstützung für den Verein der Tibeter in Deutschland. Jede Spende (nicht abzugsfähig) erweitert die Möglichkeit von Tibetern, sich an Aktionen zu beteiligen oder selbst Aktionen zu organisieren. Konto Nr. 11 53102 bei der Volksbank Gießen, BLZ 513900 00. Stichwort: Frieden für Tibet.

     

     

    • In Darmstadt finden an den Samstagen 12., 19. und 26. April jeweils von 12 bis 15 Uhr Mahnwachen statt. Ort: Fußgängerzone Darmstadt beim Weißen Turm. Kontakt: Kay Ehrbar, Tel. 06151.31 81 53 (nachmittags)

     

    • In Essen findet seit dem 5. April eine "Tag-und-Nacht-Friedensaktion für Tibet" statt. Info und Koordination: Tel. 0201-5090556

     

    • Mahnwache in Erlangen, immer freitags ab 16.30 Uhr auf dem Hugenottenplatz.

     

     

    • Sie können "Flagge zeigen" für Tibet. Eine originelle Homepage aus Bonn ist noch im Aufbau: www.dalai-clique.de

     

    • Jeden Mittwoch und jeden Donnerstag um 19.30 Uhr im Tibethaus: Meditationen für den Frieden

Hier findet sich die lesenswerte Ansprache von Ringu Tulku, der sich anlässlich seines Besuchs im Tibethaus zur aktuellen Situation äußerte.

2. Der "Friedensmarsch für Tibet" hat seinen Zielort erreicht
    Bericht von Puntsok Tsering (Verein der Tibeter in Deutschland)

Am Samstag, dem 29. März 2008 um 6:00 Uhr in der Früh sind die Teilnehmer/innen des Friedensmarsches für Tibet von Garching bei München aus zur letzten Etappe losgelaufen. Gegen 10 Uhr kamen sie auf dem Friedensengel Platz in München an. Auf dem Platz warteten bereits einige Hundert Tibeter und Tibetfreunde, die aus ganz Deutschland angereist waren.

Dann ging es gemeinsam weiter zum Marienplatz, wo die Veranstaltung "Fackel für Tibet" stattfand, was das letztendliche Ziel des Friedenmarsches war.
Dort versammelten sich über 1000 Tibeter und Tibet-Unterstützer aus ganz Deutschland, um die aus Budapest kommende Tibetische Fackel willkommen zu heißen. Claudia Roth, Parteivorsitzende von Bündnis90/Die Grünen, Olympiasieger Dieter Baumann und Schauspieler Ralf Bauer machten sich in Ihren Ansprachen für Team Tibet und das tibetische Volk stark.
Die Tibetische Fackel wurde in Gedenken an den Tibetischen Volksaufstand von 1959 und als Protest gegen die offizielle Olympische Fackel am 10. März 2008 in Olympia, Griechenland, entzündet.

Im Rahmen der Kundgebung überreichte Olympiasieger Dieter Baumann die Tibetische Fackel an Namri Dagyab, Mitglied des Team Tibet. "Dies ist die wahre olympische Fackel. Sie steht für die grundlegenden Werte der Olympischen Spiele - Gerechtigkeit und Freiheit", verkündete Namri Dagyab und lief anschließend mit der Fackel bis zum Olympiastadion.

Wir möchten den vielen weiteren Unterstützern des Marsches danken, insbesondere unseren Landsleuten, die großzügig gespendet haben, unseren deutschen Freunden, dem Tibethaus Deutschland e.V. und vielen engagierten Helfern, die im Hintergrund mitgeholfen haben.

Hervorheben möchten wir auch die gute Zusammenarbeit mit der Tibet Initiative Deutschland und Tibet Initiative München.

3. Ins Reich des Bhairava und der Yoginis
    Zu den Ursprungsorten des tantrischen Buddhismus in Indien
    Bericht einer besonderen Indienreise von Elke Hessel

Wir sind zurückgekehrt von einer erlebnisreichen, anstrengenden und bilderreichen Reise, die von Dr. Adelheid Herrmann-Pfandt von der Uni Marburg und mir geleitet wurde.

Unsere Reise hat uns zu Schneebergen geführt, in trockene zentralindische Landschaften, in dicht besiedelte Städte und ans Meer.

Die Orte der tantrischen Götter und Göttinnen sind alles andere als romantisch, sie gehören teilweise zu den Hauptpilgerstätten der Inder. Oft ist es bunt schillernd, laut, eng, heiß und voller intensiver Gerüche. Es scheint mir so, als seien alle menschlichen Gefühle, die möglich sind, präsent: Hingabe, Aggression, Andacht, Verehrung, Dumpfheit, Gier, Entsagung und vieles mehr.

Es gibt aber auch die verlassenen, im Verborgenen liegenden, uralten - manchmal runden -Tempelanlagen, die am Rande von kleinen Dörfern zu finden sind und deren ursprüngliche Funktion als tantrische Ritualstätten nur noch zu ahnen ist.

Besonders beeindruckend empfand ich den Tempelkomplex von Jwalamukhi ("Flammenmaul") in der Nähe von Dharamsala, wo die Göttin als aus der Erde kommende Flamme verehrt wird und der als einer der 24 heiligen Dakini-Orte des Cakrasamvara-Mandalas gilt. Außerdem besuchten wir den Brajeshwari-Tempel (ein weiterer Dakini-Ort des Cakrasamvara-Mandalas).

In Dharamsala hatten einige von uns das große Glück, Unterweisungen Seiner Heiligkeit des Dalai Lama über die Jatakas (Geschichten über frühere Leben des Buddhas) mit Simultanübersetzung ins Englische zu hören und eine Segensermächtigung in Buddha Sakyamuni zu erhalten.

Wir besuchten auch Lobsang Shastri, einen tibetischen Wissenschaftler der Library of Tibetan Works and Archives, der selber über die Dakini Orte der Umgebung geforscht hat.

Über Delhi ging es weiter nach Assam, ins weit im Osten Indiens gelegene Guwahati, ganz nah an der Grenze zu Bhutan und Tibet.

Aufregend war der Besuch des Kamakhya-Tempels vom Guwahati, der identisch ist mit dem mittelalterlichen Ort Kamarupa. Heute der wohl heiligste Göttinnen-Tempel von Indien, tief im Innern der Erde, wird hier die Yoni (Vulva) der Göttin in Gestalt einer natürlichen Felsspalte verehrt.

Über Kolkata reisten wir weiter nach Orissa, wo mich der 64-Yogini-Tempel von Hirapur (8 km südöstlich Bhubaneshvar, um 900 n. Chr.) besonders beeindruckte. Der Tempel ist mit 7,80 m Durchmesser der kleinste seiner Art und wie viele andere rund und oben offen, da man glaubte, dass die Yoginis durch die Luft an ihren Kultort geflogen kämen. An der runden Außenmauer befinden sich innen die Skulpturen der 64 Yoginis, die vollkommen lebendig wirken.

Aber auch der Ausflug zu den spätbuddhistischen Klöstern Ratnagiri und Udaygir, die erst vor einigen Jahren wieder entdeckt wurden, faszinierte. Diese beiden Klöster waren vor allem tantrischen Ritualen gewidmet und enthalten zahlreiche Skulpturen tantrischer Gottheiten.

Nach einer langen Zugfahrt ins geographische Herz von Indien stand die Besichtigung des runden 64-Yogini-Tempels auf einem Hügel in Bheraghat an. Dieser Tempel ist mit 35,4 m Durchmesser der größte der indischen Yogini-Tempel. Dann ging es weiter nach Ujain zum Kal-Bhairab-Tempel, in dem die Hauptgottheit, ebenfalls eine Form des Shiva, täglich mehrfach eine Opfergabe aus Alkohol erhält, der der Figur in den Mund gegossen wird.

Ganz am Ende der Reise schloss sich der Kreis: Dr. Adelheid Herrmann-Pfandt war von Doboom Rinpoche ins Tibethaus in Delhi eingeladen worden, um dort unter der Leitung des bekannten Buddhismusforschers Lokesh Chandra einen Vortrag über ihre Forschungen zu den 24 tantrischen Orten zu halten.

4. Aus der Tibethaus-Schreibwerkstatt

Zu unserem diesjährigen Osterkurs sind wieder einige neue Publikationen erschienen. Besonders hervorheben möchten wir die Erstauflage der Liniengebete von Dagyab Kyabgön Rinpoche. Das Heft beinhaltet ein "Gebet an den Lotsawa Loden Sherab" und ein "Gebet an die Reinkarnationslinie der Dagyab Kyabgöns". Diese Gebete gelten traditionell als besonders wirksame Langlebenspraxis. Deren Rezitation kann in sehr inspirierender Weise die guten Qualitäten der herausragenden spirituellen Meister vergegenwärtigen, die in den Gebeten beschrieben werden.

     

    • Die Kyabgöns von Dagyab. 1. Auflage 2008, 44 Seiten, DIN A5, Ringbindung, ISBN 978-3-931442-69-9, EUR 10,-

Wer möchte sich an der Finanzierung dieses wertvollen Heftes beteiligen? Die Druckkosten belaufen sich auf 360 Euro. Wir freuen uns über Spenden in jeder Höhe auf das Tibethaus-Konto 6100014295 bei der Frankfurter Volksbank, BLZ 501 900 00, Stichwort "Spende Liniengebet".

Weitere Neuerscheinungen sind:

     

    • Das Yoga der Drei Reinheiten - Eine kurze Sadhana des Cakrasamvara nach der Ghantapa Tradition (Nur mit Ermächtigung). 1. Auflage 2008, 18 Seiten, DIN A5, Rückstichheftung, ISBN 978-3-931442-66-8, EUR 6,-

     

    • Ein kurzes Sadhana vom Körpermandala des Sri Cakrasamvara - Eine Sadhana nach der Ghantapa Tradition. Kyabje Trijang Rinpoche (Nur mit Ermächtigung). 1. Auflage 2008, 64 Seiten, DIN A5, Ringbindung, ISBN 978-3-931442-65-1, EUR 15,-.

     

    • Vajrayogini Sadhana - Kurzfassung in Verbindung mit der sechsfachen Guruyogapraxis (Nur mit Ermächtigung). 1. Auflage 2008, 20 Seiten, DIN A5, Rückstichheftung, ISBN 978-3-931442-62-0, EUR 6,-

     

    • Anrufung der Dharma-Beschützer. 1. Auflage 2008, 22 Seiten, DIN A5, Rückstichheftung, ISBN 978-3-931442-68-2, EUR 6,-

Wieder erhältlich ist:

     

    • Der schnelle Pfad zur großen Glückseligkeit - Eine ausführliche Sadhana der Edlen Vajra Yogini. Je Phabongkha (Nur mit Ermächtigung). 2. Auflage 2008, 120 Seiten, DIN A5, Ringbindung, ISBN 978-3-931442-40-8, EUR 15,-

Alle Texte können im Tibethaus-Shop bestellt werden.

5.  Füllen und Segnen buddhistischer Statuen im Tibethaus

In Tibet ist es üblich, alle Statuen für den religiösen Gebrauch zu füllen und zu segnen. Diese Handlung ist ein komplexer und - je nach Größe - langwieriger ritueller Akt. Es werden unter Rezitation von Gebeten speziell dafür vorgesehene Mantra- Papierrollen eingelegt, sowie traditionell vorgeschriebene Kräuter und andere Zutaten. Anschließend wird die Statue versiegelt.

Im Januar hat die Tibethaus-Reisegruppe, die zu den Unterweisungen des Dalai Lama in Drepung, Süd-Indien gefahren war, große Mengen von Mantraröllchen mitgebracht, die die Mönche dort für uns herstellt hatten.

Am Freitag, den 18. April wird Geshe-la damit Statuen befüllen. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, zwischen 11 und 16 Uhr vorbeizukommen und zuzusehen.

Leider können wir im Moment keine zusätzlichen Statuen zum Befüllen annehmen. Es wird jedoch sicher weitere Termine geben, an denen Mitglieder und Freunde des Tibethauses ihre privaten Statuen füllen lassen können. Wir werden rechtzeitig darauf hinweisen.

Der Auftraggeber sollte für das Füllen und Segnen eine Geldspende - nach eigenem Ermessen - hinterlassen.

6.  Unterstützung bei der Vorbereitung des Besuches S.H.Dalai Lama 2009 in
     Frankfurt gesucht

Für die aktive Betreuung der Webseite www.dalailama-frankfurt.de und für die Betreuung und Zusammenstellung des Newsletters braucht das Organisationsteam dringend Hilfe. Wer Lust hat und wöchentlich ein paar Stunden Zeit aufbringen kann, den bitten wir sich unter info(at)dalailama-frankfurt(dot)de zu melden, um die Details zu besprechen. Es geht nicht um die technische, sondern um die rein inhaltliche Betreuung.

Herzlichen Dank! Die Organisatoren

Wer sich allgemein als ehrenamtlicher Helfer vor und während der Veranstaltung selbst oder auch ab sofort bewerben möchte, bitte an: volunteer(at)dalailama-frankfurt(dot)de schreiben oder direkt das Formular von der Webseite www.dalailama-frankfurt.de herunterladen und per Fax an 069 4844 9856 schicken.

7.  S.E.Dagyab Kyabgön Rinpoche bei Jewel Heart in Holland
   
18. bis 20. April 2008

Unser "Schwesterzentrum" Jewel Heart, das unter der spirituellen Leitung von Nyagre Khentrül (Gelek) Rinpoche - einem alten Freund und Weggefährten von Dagyab Rinpoche - steht, hat Rinpoche freundlicherweise zu einem Wochenende nach Nijmegen eingeladen, um Unterweisungen zu "Ein guter Mensch sein" zu geben. Gemeinsam mit unseren holländischen Freunden freuen wir uns auf dieses Ereignis.

Freitag 20.00 Uhr bis 22.00 Uhr, Samstag  10.00 Uhr bis 18.00 Uhr 
Sonntag 10.00 Uhr bis 13.00 Uhr Jenang in Vajrasattva

Weitere Informationen unter www.jewelheart.nl

8. Samstag, 23. August 2008
     Ermächtigung in Kurukulle 
     I.E. Jetsün Chimey Luding

Wir freuen uns, dass Ihre Eminenz Jetsün Chimey Luding kurzfristig zugesagt hat, am 23. August im Tibethaus eine Ermächtigung (Wang) in Kurukulle zu gewähren.

Kurukulle, eine zornvolle Form der Tara (tib. Rigdjema), verkörpert die Qualität zur Vermehrung von Glück, spirituellem und materiellem Reichtum und Wohlbefinden. Vor allem die eigene Dharmapraxis wird durch diese Meditation kraftvoller und intensiver. Diese Ermächtigung stammt aus den "13 Goldenen Dharmas" der Sakya-Tradition.

Anmeldung im Tibethaus-Büro, Tel. 069.71 91 35 95 oder info@tibethaus.com. Wegen der Sommerpause bitten wir unbedingt um Anmeldung bis spätestens 22. Juli.

Zeit | 14.00 Uhr
Kosten | Mitglieder 25 Euro | Nicht-Mitglieder 35 Euro
Anmeldung | bis zum 22. Juli 2008 im Tibethaus

HINWEIS: Voraussetzung für die Teilnahme an der Kurukulle-Ermächtigung ist eine Hevajra-Initiation. Eine Gelegenheit hierzu bietet sich am 20. und 21. August im Zentrum der Sakya-Foundation e.V. "Sakya Kalden Ling". Nähere Informationen unter: www.sakya-foundation.de Anmeldung für die Hevarja-Ermächtigung bei: Jetsün Sakya Foundation e.V., Postfach 11 13 42, 76063 Karlsruhe, Mail info@sakya-foundation.de Eine rasche Anmeldung wird empfohlen, da die Teilnehmerzahl in der Regel begrenzt ist.

9. Termine

  • 11.04.2008 | Freie Frauen und Männer im Buddhismus - und die Grüne Tara | Öffentlicher Vortrag | Sylvia Wetzel
  • 12.-13.04.2008 | Grüne Tara und die Übung im Alltag | Übungstage | Sylvia Wetzel
  • 25.04.2008 | Buddhismus und Wirtschaft | Forum| Birgit Justl und Olaf Lismann
  • 26.04.2008 | Lu Jong - Tibetisches Heilyoga | Kursleitung | Tilmann Reiss
  • 27.04.2008 | Tara Rokpa-Übungstag mit den fünf Elementen | Kursleitung l Ingrid Haas

10. Zitat der Woche

"Ich kann den Tibetern nicht verbieten ihre Meinung frei zu äußern. Dass sie das in Tibet nicht tun können, ist ein Teil der gesamten Tibetproblematik." S.H.Dalai Lama live aus Tokyo am 10.04.08 in CNN zu den aktuellen Protesten