22.03.2007

Ausgabe: 22.03.2007

 

 

Themenübersicht

 

1. Unterweisungen zum Bodhicaryavatara von Shantideva
    mit S.E.Dagyab Kyabgön Rinpoche am 28. März
2. Buddhismus und Gesundheit - Vortrag von Prof. Dr. Klaus Jork
    von Annette Kirsch
3. Ringu Tulku Rinpoche im Tibethaus
     von Willi Maassen
4. Verschiedenes
5. Termine
6. Zitat der Woche

1. Unterweisungen zum Bodhicāryavātara von Shāntideva
     mit S.E. Dagyab Kyabgön Rinpoche am 28. März

Bis zu den Sommerferien wird Dagyab Rinpoche monatlich Unterweisungen zum 6. Kapitel des Bodhicāryavātara, des "Eintritts in den Weg des Bodhisattva", geben, und zwar jeweils am letzten Mittwoch des Monats. Die Belehrungen bilden an diesem Abend den Schwerpunkt, anstelle der geleiteten Meditationen, die sonst mittwochs stattfinden. Wir beginnen den Abend mit 30 Minuten gemeinsamer Meditation, geleitet durch Birgit Justl und Martin Brüger, danach wird Rinpoche etwa 30 Minuten Unterweisungen zum Text geben und im Anschluss für Fragen zur Verfügung stehen.

Es handelt sich dabei um den berühmten Text, der im 8. Jahrhundert von dem großen indischen Gelehrten Shāntideva verfasst wurde. Er verbindet in einzigartiger Weise die Theorie des buddhistischen Ideals mit ihrer Anwendung, Umsetzung und Praxis und führt so von den Leiden der Existenz weg und zur Glückseligkeit des Erwachens hin. Im 6. Kapitel wird das Thema Geduld behandelt, einen der wichtigsten Aspekte der Bodhisattva-Schulung, der uns den heilsamen Umgang mit unseren Geistesgiften lehrt.
Mittwochs von 19.30 - 21. 00 Uhr
Termine: 28.03.06, 25.04.06, 30.05.06, 27.06.06
Kosten: Mitglieder 2 Euro, Nicht-Mitglieder 5 Euro

 

2. Buddhismus und Gesundheit - Vortrag von Prof. Dr. Klaus Jork
    von Annette Kirsch

In einem reichhaltig bebilderten Vortrag erläuterte Klaus Jork zunächst die Unterschiede zwischen dem Gesundheits- bzw. Krankheitskonzept der westlichen und der tibetischen Medizin. Anschaulich stellte er den ganzheitlichen Ansatz der Tibeter dar, für die die Gabe von Medizin der letzte von vier Schritten zur Behandlung von Krankheiten ist. "Alles entsteht zuerst im Geist", auch Gesundheit und Krankheit. Deshalb steht dem Patienten eine Vielfalt von Möglichkeiten zur Verfügung, die eigene körperliche Verfassung positiv zu beeinflussen. Unterstützend wirkt dabei ein grundlegendes Gefühl von Vertrauen, das "die Tibeter" ganz offensichtlich aus ihrer tiefen Verankerung im Dharma ziehen. Wunderschöne Fotos, die der Referent auf seiner Reise nach Tibet im vergangenen Jahr gemacht hat, zeigten eindrücklich, mit welcher Hingabe man in Lhasa und anderswo in Tibet den Buddhismus praktiziert. Im Westen wurde dieses Vertrauen übrigens von Aaron Antonovsky innerhalb seines Konzepts der Salutogenese (1979) beschrieben.

Kurz und gut: Es war ein lehrreicher und unterhaltsamer Abend, der einige Denkanstöße zum Thema "Wie werde oder bleibe ich gesund?" geben konnte.


3. Ringu Tulku Rinpoche im Tibethaus
    
von Willi Maassen

Von Ringu Tulku - einem Kayüpa Meister - hatte ich schon viel gehört, u. a., dass er 17 Jahre in Saranath an der "Universität für höhere buddhistische Studien" gelehrt hat und ausgezeichnet Englisch spricht. Ich war sehr gespannt, ihm zum erstenmal zu begegnen.
Das Tibethaus war sehr gut gefüllt. Viele Teilnehmer gehörten zu den SchülerInnen von Ringu Rinpoche, aber es waren auch einige von uns anwesend.
Das Thema waren die "Vier Grundlegenden Gedanken": Vergänglichkeit, kostbarer menschlicher Körper, Karma und Samsara.
In hervorragender Weise hat Ringu Tulku die essentiellen Aussagen dieser "Vier Gedanken" in anschaulicher Weise dargelegt. Oft wurde ich an die einfachen Sätze aus "Ein guter Mensch sein" von Dagyab Rinpoche erinnert, denn die Beispiele, die er uns nahelegte, waren genauso hautnah.
Ringu Tulku Rinpoche fühlte sich, glaube ich, sehr wohl im Tibethaus und wird es hoffentlich noch öfter besuchen.
Meine Faszination für ihn fand ihren Ausdruck darin, dass ich bereits zwei Tage später nach Koblenz fuhr, wo er ebenfalls eine Unterweisung gab - und es hat sich gelohnt!

4. Verschiedenes

Tibetan Volunteers for Animals
von Elke Hessel
Junge Tibeter der Exilgemeinschaft in Indien beginnen - wahrscheinlich beeinflusst durch indische Ideale - sich zunehmend für den Vegetarismus zu interessieren. Sie nennen sich Tibetan Volunteers for Animals und haben einen interessante Webpage:  www.freeanimals.org

5. Termine

  • Unterweisungen zum Bodhicaryavatara von Shantideva von Dagyab Kyabgön Rinpoche, 28.März
  • Strategien für beruflichen und persönlichen Erfolg - EBI-Workshop, 30. März
  • Cool bleiben bei Stress - für Kinder Und Jugendliche, 31. März
  • Guhyasamaja Manjushri-Vajra Einweihung im Kamalashila mit Dagyab Rinpoche, vom 4. bis 9. April
  • Einführung in Thanka-Malerei mit Marian van der Horst, vom 13. bis 15. April

6. Zitat der Woche 

Ich habe bis jetzt unter der Regie meiner Ego-Konzepte gestanden. Ich bin zu lange ununterbrochen mit Ego-Aktivitäten (Verstrickung mit Tausenden von Konzepten, Angst, angebliches Sich-Schützen usw.) beschäftigt gewesen. Ich habe keine Zeit gefunden, richtig an mich - das heißt an meine innere Kraft, Ruhe und Klarheit des Geistes - zu denken. Alle meine Konflikte wurden dadurch verursacht. Von nun an
will ich zumindest versuchen, die Regie über meinen Geist zu übernehmen.
                          aus: "Ein guter Mensch sein" von Loden Sherab Dagyab Rinpoche