15.01.2007

Ausgabe: 15.01.2007

 

 

Themenübersicht

 

  1. Pilgerreise 2006/07 nach Indien
    von Margit Dautz
  2. Dagyab Rinpoche Anfang Februar zurück in Deutschland
  3. Offenheit des Geistes: Die Ideen der Ri-me-Bewegung
  4. Im Reich des Bhairava. Reise zu den Ursprungsorten des tantrischen Buddhismus in Indien
  5. Termine
  6. Zitat der Woche
  1. Pilgerreise 2006/07 nach Indien
    von Margit Dautz


Nachdem Rinpoche bei seinen Belehrungen in Hannover im Oktober 2006 nochmal darauf hingewiesen hatte, möglichst viele Gelegenheiten zu nutzen, an einer Belehrung S.H. Dalai Lama teilzunehmen, erklärte sich Willi Maassen bereit, kurzfristig eine Reise nach Indien im Dezember zu organisieren.
Es fand sich eine kleine Gruppe von 8 Leuten, die am 14.12.2006 zu einer Pilgerreise aufbrach. Stationen waren Varanasi-Saranath, Bodhgaya, Rajgir, Nalanda und die Mahakala-Höhle.
Am Beginn stand die Belehrung S.H. im Zentralen Institut für höhere tibetische Studien in Saranath, wo wir auch die Freude hatten Rinpoche zu treffen. Wir wurden rundum gut versorgt und genossen die Gastfreundlichkeit von Raktho Rinpoche und dem Abt des Klosters Ratö.
Die meisten von uns hatten schon Indienerfahrung, aber auch die Neulinge gewöhnten sich schnell an die Verhältnisse. Viele Gedanken und Gespräche drehten sich überraschenderweise ums Geld: Wem gibt man wie viel, was ist zuviel, tut man wirklich etwas Gutes?
Es kam zu interessanten Begegnungen, als wir zum Beispiel im Zug von Delhi nach Varanasi mit zwei indischen katholischen Priestern ins Gespräch kamen, und natürlich zu kuriosen Erlebnissen: Ich fragte allgemein, ob es Orangensaft gäbe und bekam 2 Mirinda, die Flasche die ich eigentlich wollte, enthielt Mangosaft! Oder in dem neuen schönen Hotel in Agra standen wir im Aufzug und machten Witze, hier könnten sie ja eigentlich nichts verdorben haben. In dem Moment ging die Tür auf und wir standen vor einer Baustelle! Der Angestellte hatte uns aus Versehen in den Keller gefahren.

Zuerst jedoch zum Hauptgrund unserer Reise: Die Belehrung S.H. Dalai Lama.

Er kommentierte Nagarjunas "A Commentary on the Awakening Mind" und "Recognizing the Mother" von Changkya Rolpai Dorje. Für mich war es die erste Begegnung mit ihm und ich war, wie wohl jeder immer wieder, beeindruckt und berührt. Nach einer Begrüßung mit besonderem Augenmerk auf die vielen eigens angereisten Tibeter ging es gleich los. Bemerkenswert fand ich, wie er immer wieder Witz und Strenge in seine Rede einflocht.

Bodhgaya wurde ab Weihnachten unser Hauptquartier, wo zu der Zeit das Mönlam-Fest statt fand, was uns die Gelegenheit gab, auch an Belehrungen S.H. Karmapa teilzunehmen. Das Publikum war von Chinesen bestimmt und es herrschte eine ganz andere Atmosphäre.
Von hier aus besuchten wir auch die Mahakala-Höhle und die Universitäts-Ruinen von Nalanda.
Der letzte Ausflug führte uns nach Rajgir, wo für mich als Hobby-Vogelkundler eine brennende Frage war, gibt es dort wirklich Geier? Und als wir nach einer schönen Zeit mit Meditation schon fast auf dem Rückweg waren, schwebten tatsächlich 3 Geier über das Tal.
Jeder Einzelne verbrachte viel Zeit beim Mahabodhi-Tempel, den wir alle als sehr eindrucksvollen Ort empfanden. Zur Stärkung trafen wir uns dann immer bei Mohamad, unserem Lieblingsrestaurant mit dem bessten Porridge und sehr guten Momos.

Damit war unsere Pilgerreise beendet und die Gruppe verteilte sich nach den unterschiedlichen Urlaubsplänen.

Wir alle sind sehr froh, dass Willi und Inge viel Mühe (Stunden im Reisebüro) auf sich genommen und uns damit eine unbeschwerte Reise ermöglicht haben.

2. Dagyab Rinpoche Anfang Februar zurück in Deutschland

Anfang Februar kommt Rinpoche von seinem Indienaufenthalt nach Deutschland zurück.
U.a. haben er und seine Frau auch eine Pilgerreise nach Bodhgaya und Saranath unternommen, zusammen mit einem befreundeten früheren Kollegen der Uni Bonn, Phukhang Rinpoche und dessen Frau.
Rinpoche gibt Ende Januar Einweihungen und Belehrungen für die Nyagre Mönche in Ganden, Süd-Indien, und kommt anschließend zurück.

Der öffentliche Vortrag von Rinpoche, Berggötter und Bodhisattvas - Geschichte der Religionen Tibets, ursprünglich für März geplant, wird vorverlegt. Er findet jetzt am 9. Feb. um 20 Uhr statt.

3. Offenheit des Geistes: Die Ideen der Ri-me-Bewegung
    Freitag, 19. Januar 2007
    Öffentlicher Vortrag | Jürgen Manshardt

Der Buddhismus gilt als eine der undogmatischen Religionen überhaupt. In Tibet haben sich im Laufe der Zeit vier unterschiedliche buddhistische Schulrichtungen heraus gebildet, und es gab und gibt durchaus auch Tendenzen der Abgrenzung.
Dagegen steht die nicht-sektiererische Ri-me-Bewegung, der sich auch S.H. der Dalai Lama verpflichtet fühlt. Der Vortrag verdeutlicht die damit verbundenen Grundideen und die Relevanz für unsere eigene Geistesschulung sowie für die behutsame Einbettung des Buddhismus im Westen.
Zeit | 19.30 Uhr
Kosten | 9 Euro | ermäßigt 7 Euro
Ort | Tibethaus in Bockenheim, Friesengasse 13

Was macht unser Leben sinnvoll und reich? Das Juwel des Erleuchtungsgeistes Samstag, 20. bis Sonntag, 21. Januar 2007
Kursleitung | Jürgen Manshardt

In buddhistischen Texten ist immer wieder vom "Erleuchtungsgeist" die Rede, einem besonders kostbaren Geisteszustand. Nach den Lehren der Mahayana-Tradition ist er Voraussetzung für ein glückliches und sinnerfülltes Leben. Aber was genau ist mit "Erleuchtungsgeist" gemeint, wie kann man ihn entwickeln?

Jürgen Manshardt wird anhand des Buches "Allen Freund sein" des berühmten und unkonventionellen Meisters Khunu Lama, der auch ein Lehrer des Dalai Lama war, die Theorie und Praxis dieser wichtigsten aller Geistesschulungen aufzeigen und Meditationen dazu anleiten.
Auch für Anfänger geeignet. Um Anmeldung wird gebeten: Tel. 069.71 91 35 95
Zeit | Sa 10 bis 13 Uhr + 15 bis 18 Uhr | So 9.30 bis 13 Uhr
Kosten | Mitglieder 42 Euro | Nicht-Mitglieder 66 Euro | zzgl. Spende an den Kursleiter
Ort | Tibethaus in Bockenheim, Friesengasse 13

4.  Im Reich des Bhairava. Reise zu den Ursprungsorten des tantrischen
     Buddhismus in Indien

     Dienstag, 23. Januar 07
     Vortrag mit Lichtbildern | Dr. Adelheid Herrmann-Pfandt


Die indische Gottheit Bhairava gilt als zornvolle Erscheinung von Shiva. Der Vortrag entführt an unbekannte und höchst abenteuerliche Plätze in Indien, die im Bhairava- und Dakinikult eine große Rolle gespielt haben. Viele davon sind identisch den mit heiligen Stätten Herukas und Vajrayoginis.
Die Referentin ist Autorin des deutschen Standardwerkes über Dakinis. 2008 plant das Tibethaus unter ihrer Leitung eine Reise zu diesen sagenumwobenen Orten.
Zeit | 19.30 Uhr
Kosten | 9 Euro | ermäßigt 7 Euro
Ort | Tibethaus in Bockenheim, Friesengasse 13

5. Termine

10. Feb. Yoga-Workshop mit Simone Hensel

15. Feb. Vajrabhairava-Studienretreat in Höfen

16. Feb. Ein Film über das alte Tibet - Dokumentarfilm

6. Zitat der Woche

Ich bin verantwortlich dafür, ob in mir Ärger entsteht. Wenn ich auf ihn eingehe, wird er noch schlimmer. Wenn ich meinem Ärger nicht nachgehe und mich in Geduld übe, verschwindet er und macht "keinen Ärger" mehr für mich und andere.

aus: "Ein guter Mensch sein" von Loden Sherab Dagyab Rinpoche