04.05.2007

Ausgabe: 04.05.2007

 

 

Themenübersicht

 

  1. Ankündigung: Seine Heiligkeit Sakya Trizin 
    "Das Dharmageschenk für Kublai Khan"
  2. Ankündigung: Vajrayogini Wochende mit Elke Hessel
  3. Ankündigung: S.H. Dalai Lama in Hamburg
  4. Dagyab Rinpoche bei Jewel Heart
    Bericht von Hartmut Sagolla
  5. Interview mit Phukhang Rinpoche und seiner Frau Dekyi
    2. Teil von Klemens Ludwig
  6. Termine
  7. Zitat der Woche

1. Ankündigung: Seine Heiligkeit Sakya Trizin
     Das Dharmageschenk für Kublai Khan
     Donnerstag, 7. Juni 2007

Zum zweiten Mal wird Sakya Trizin am 7. Juni 2007 zu Gast im Tibethaus sein. Wir freuen uns außerordentlich, dass Seine Heiligkeit zugesagt hat, eine Unterweisung über den Text "Das Dharmageschenk für Kublai Khan" zu geben.

Dieser besondere Text wurde von Chögyal Phagpa (1235 - 1280) verfasst, dem siebten Patriarchen und Thronhalter der Sakya-Tradition. Er ist in Versen geschrieben, ist wie Poesie. Sein Zweck ist, die Lehre zuerst zu verstehen, um sie sodann vollständig praktizieren zu können.
Chögyal Phagpa rezitierte bereits als dreijähriges Kind viele Sadhanas, so dass alle von ihm sagten, dass er kein gewöhnliches, sondern ein edles Kind sei. "Phagpa" bedeutet so viel wie "edel, erhaben". Auch entwickelte er andere außergewöhnliche Fähigkeiten.
Als sein Onkel Sakya Pandita 1245 vom Mongolischen Kaiser nach China eingeladen wurde, begleitete er ihn. Später reiste er auch alleine nach China und in die Mongolei, um dort Vajrayana-Unterweisungen zu geben. Er war der erste Meister, der diese Belehrungen in andere Länder brachte, und auch derjenige, der die mongolische Schrift (hor-yig) einführte. Kublai Khan, der Enkel des großen Kaisers Dschingis Khan, war sein Schüler.
Kublai Khan erhielt viele Unterweisungen von Chögyal Phagpa. Am Ende bat er um eine Essenz der Buddha-Lehren, die er immer wieder lesen und praktizieren könnte. Aus diesem Grund verfasste Chögyal Phagpa "Das Dharmageschenk für Kublai Khan".

Seine Heiligkeit kommt auf Einladung des Tibethauses und der Jetsün Sakya Foundation nach Frankfurt. Um Anmeldung wird gebeten: 069.7191-3595 oder info(at)tibethaus(dot)com.

Zeit | 9 bis 12.30 Uhr
Kosten | Mitglieder 20 Euro | Nicht-Mitglieder 30 Euro | zzgl. Spende
Ort | Tibethaus, Friesengasse 13, 60487 Frankfurt-Bockenheim

2. Ankündigung: Vajrayogini Wochende

Freitag, 25. Mai 2007
Vajrayogini - die Himmelsläuferin
Lichtbildvortrag | Elke Hessel

Der weibliche Buddha Vajrayogini wird von Tibetern und auch westlichen Praktizierenden gleichermaßen verehrt. Ein Überblick über die Entstehungsgeschichte sowie Ausdrucksformen der Vajrayogini, auch Khadroma (tib.:mkha'-'gro-ma) "die durch den Himmel - den grenzenlosen Raum - läuft" genannt.
Zeit | 19.30 bis 21 Uhr
Kosten | 9 Euro | ermäßigt 7 Euro

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Samstag, 26. Mai und Sonntag, 27. Mai 2007
Praxistage | Elke Hessel

Für das Tibethaus haben wir eine Vajrayogini-Statue erworben. Sie, die Freude an ihr und die gemeinsame Praxis sollen an diesem Wochenende im Mittelpunkt stehen. Nur für Vajrayogini-Praktizierende.

Samstag 10 bis 13 Uhr + 15 bis 18 Uhr | Sonntag 9.30 bis 13 Uhr
Kosten | Mitglieder 35 Euro | Nicht-Mitglieder 50 Euro | zzgl. Spende an die Kursleiterin

3. S.H. Dalai Lama in Hamburg

Im Juli '07 wird Seine Heiligkeit der Dalai Lama in Hamburg eine längere öffentliche Unterweisung geben. Unter anderem wird er während fünf Tagen den Text "Die 400 Verse" von Aryadeva erläutern. Es ist dies das erste Mal, dass er diesen Text ausserhalb Asiens unterweisen wird; daher ist es eine aussergewöhnliche Möglichkeit, dieses zu den wichtigsten Grundlagentexten des Mahayana-Buddhismus zählende Werk (verfasst vom Schüler von Nagarjuna) vom Dalai Lama direkt und über mehrere Tage hinaus ausführlich erklärt zu erhalten.
(www.dalailama-hamburg.de)

4. Dagyab Rinpoche bei Jewel Heart
    
Bericht von Hartmut Sagolla 

Medizin Buddha Ermächtigung mit Dagyab Kyabgön Rinpoche
Nijmegen, April 21-22 2007

Es war ein sonniger warmer Frühlingstag, als sich am Samstag, den 21. April, 110 Menschen im niederländischen Nijmegen trafen, um die Medizin-Buddha-Ermächtigung von Dagyab Kyabgön Rinpoche zu erhalten. Die Zeremonie fand im neuen Zentrum von Jewel Heart statt, dem holländischem Sitz von Gelek Rinpoches internationaler Dharma Organisation. Gelek Rinpoche selbst war auch anwesend, um zusammen mit vielen seiner Schüler und einigen angereisten Schülern Dagyab Rinpoches erstmalig diese Ermächtigung zu erhalten. Die Überlieferung dieser Ermächtigung kam über Manjushri in die Tradition des Indischen Vajrayana und von dort über Shantarakshita nach Tibet, wo sie in der Sakya Tradition weitergegeben wurde. Dagyab Kyabgön Rinpoche selbst erhielt sie von S.H.Sakya Trizin, dem Oberhaupt der Sakya Schule.

Am Samstag ging es um den vorbereitenden Teil der Ermächtigung. Rinpoche gab allgemeine Belehrungen zu Sutra and Tantra und begann das Medizin-Buddha-Ritual mit den Zuflucht - und Bodhisattvagelübden. Wir wurden mit dem Mandala des Medizin Buddha und der 51 Gottheiten vertraut gemacht.

Am nächsten Tag gab Rinpoche die eigentliche volle Ermächtigung des Medizin Buddha, mit Vasen - und Kronenermächtigungen als Kernteil. Dagyab Rinpoche sagte zum Schluss, er freue sich sehr, wieder einmal bei Jewel Heart zu sein, alte Freunde zu treffen und zusammen Dharma-Arbeit  zu machen und auch in Zukunft sei er gerne bereit, wieder nach Nimwegen zu kommen. Gelek Rinpoche dankte Dagyab Rinpoche und sagte, er hoffe, dass es in Zukunft noch mehr Zusammenarbeit zwischen dem Tibethaus und Jewel Heart geben möge und wünschte sich eine Beziehung wie zwischen zwei Schwester - Zentren. Dagyab Rinpoche nahm das Angebot dankend an und ermahnte alle Jewel Heart Schüler, für ein langes Leben und gute Gesundheit seines langjährigen Dharma Freundes Gelek Rinpoche zu beten. Die Veranstaltung endete in ausgezeichneter Stimmung mit der Hoffnung auf ein baldiges Wiedersehen.

5. Interview mit Phukhang Rinpoche und seiner Frau Dekyi  
     2. Teil  von Klemens Ludwig

Klemens Ludwig sprach mit ihnen über die Chancen und Gefahren eines Lebens in zwei Welten.

Frage: Wann und wie haben Sie sich kennengelernt?
Dekyi Phukhang: Das war erst recht spät, nachdem wir beide schon viele Jahre in Deutschland gelebt haben. Wir kannten uns weder aus Tibet noch aus Indien, sondern haben uns erst in den frühen siebziger Jahren bei einem Besuch von Rinpoche am Bodensee kennengelernt. Er war da schon kein Mönch mehr.
Frage: Wie ist der Kontakt zur Heimat nach so vielen Jahrzehnten im Exil?
Phukhang Rinpoche: In den ersten beiden Jahrzehnten war es natürlich sehr schwierig mit dem Kontakt, denn Tibet war völlig isoliert. Ich wusste nicht, ob meine Mutter und meine Geschwister noch leben. Wir waren eine sehr religiöse Familie, zwei meiner Brüder sind ebenfalls ins Kloster gegangen, deshalb waren wir Ziel der Repression, und ich musste Schlimmes befürchten.
Frage: Wurden die Befürchtungen bestätigt?
Phukhang Rinpoche: Zum Glück nicht ganz. Als ich 1980 in Dharamsala war, erreichte mich dort ein Brief meiner Mutter. Sie lebte also noch, und ich setzte alles daran, meine Familie möglichst rasch besuchen zu können. 1981 war es dann so weit, und fünf Jahre später waren wir gemeinsam dort, aber seit dem nicht mehr.
Frage: Warum reisen Sie seit dem nicht mehr nach Tibet?
Dekyi Phukhang: Weil es so demoralisierend ist. Zu Anfang der achtziger Jahre machten sich alle Hoffnungen auf größere Selbstverwaltung. Nach über zwei Jahrzehnten der Zerstörung schien eine Wende in der Regierungspolitik möglich, aber es kam alles ganz anders. 1986 waren bereits viele Chinesen nach Tibet gekommen. Schon am Flughafen war kein Tibeter, und wir konnten uns in unserem eigenen Land nicht in unserer eigenen Sprache verständigen. Das war sehr traurig. Die Sinisierung unserer Heimat, wie sie heute stattfindet, möchten wir gar nicht mit eigenen Augen sehen. Deshalb kommt eine Reise nach Zentral-Tibet für uns nicht mehr in Frage.
Frage: Haben Sie Verständnis für die jungen Tibeter, die heute fliehen, und die Familien, die ihre Kinder ins Exil schicken, damit sie dort eine traditionelle Ausbildung erhalten?
Deky Phukhang: Natürlich haben wir Verständnis dafür, denn die Lebenssituation unter der Besatzung ist sehr schwierig. Aber wir bedauern es auch, denn dadurch werden wir Tibeter in Tibet immer weniger. Bisweilen ist das mit dem Studium im Ausland auch nur ein Vorwand für den Wunsch nach besseren Lebensbedingungen.
Frage: In Deutschland treffen ebenfalls immer mehr tibetische Flüchtlinge ein, auch wenn die Zahl nicht mit Belgien oder den USA vergleichbar ist, die den asylsuchenden Tibetern mehr entgegenkommen. Haben Sie den Eindruck, dass die Neuankömmlinge noch fest in ihrer Kultur verankert sind?
Dekyi Phukhang: Den Eindruck haben wir, aber das sagt noch nichts darüber aus, ob sie den Anforderungen gewachsen sind, die in der Fremde auf sie warten. Wenn sie in Deutschland eine Zukunft haben wollen, dann müssen sie zuerst die Sprache lernen, sonst haben sie keine Chance.
Frage: Ist es heute schwieriger, den Spagat zwischen den beiden Kulturen - der besetzten alten Heimat und der neuen Heimat - zu schaffen, ohne ernsthafte Probleme mit seiner Identität zu bekommen?
Phukhang Rinpoche: Ich glaube, das ist auch heute möglich. Es gibt bei uns ein Sprichwort, "Wenn man das Wasser in einem Land trinkt, dann muss man auch dessen Gesetze beachten." Das heißt, man kann von Flüchtlingen und Emigranten erwarten,  dass sie die Gesetze und Werte ihres Gastlandes respektieren, aber das bedeutet noch lange nicht, dass man damit seine Kultur aufgeben muss.
Frage: Wie schaffen Sie es im Alltag, ihrer Kultur treu zu bleiben?
Dekyi Phukhang: Wir sprechen zum Beispiel miteinander nur Tibetisch, das ist unsere Muttersprache, wir lesen tibetische Bücher und Zeitschriften, und wir praktizieren natürlich unsere Religion. Dazu benötigt der Buddhismus nicht unbedingt äußere Formen wie sonntäglichen Gottesdienst. Da kann jeder für sich praktizieren. Wir haben da nie irgendwelche Einschränkungen von Seiten der deutschen Gesellschaft erfahren.
aus: Brennpunkt Tibet, Ausgabe 02/07 

6. Termine

  • Seminar mit Dagyab Rinpoche vom 4. bis 6. Mai
  • Buddhismus und Quantenphysik mit Ch.Thomas Kohl am 18. und 19. Mai
  • Vajrayogini - Die Himmelsläuferin mit Elke Hessel vom 25. bis 27.Mai

7. Zitat der Woche

Wenn jemand mir "A" sagt, sage ich kein "B".

aus: "Ein guter Mensch sein" von Loden Sherab Dagyab Rinpoche

Wenn Dir jemand auf die eine Wange schlägt,
halte ihm auch die andere hin.

Jesus