Sterbebegleitung

Der Umgang mit der eigenen Sterblichkeit, mit Abschied nehmen und Loslassen aus der Perspektive des tibetischen Buddhismus
Arbeitsgruppe "Sterbebegleitung" des Tibethauses Deutschland
Der Tod ist auf eine gewisse Art und Weise ein Paradoxon. Er ist etwas, das auf der einen Seite sehr negativ wahrgenommen wird, das Schmerzen und Leiden mit sich bringt. Der Tod wird vermieden, viele Menschen haben Angst vor ihm, ohne ihn wirklich erfassen zu können. Auf der anderen Seite beinhaltet die Konfrontation mit dem Tod für viele Menschen eine Chance, einen anderen Blick auf ihr Leben zu werfen, das Leben sogar "anders" zu leben.
Aus der buddhistischen Perspektive heraus kann der Tod gut vorbereitet werden und kann eine außerordentlich besondere Chance beinhalten, die man auch auf spiritueller Ebene nutzen kann.
Seit 2007 trifft sich in Frankfurt im Tibethaus eine Arbeitsgruppe, um sich genau mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Ziel dabei ist es, einen Leitfaden bzw. eine Orientierungshilfe zusammenzustellen, die sich im Wesentlichen auf die drei folgenden Themenkomplexe bezieht:
Umgang mit der eigenen Vergänglichkeit im Leben und im Sterben, aber auch mit den Aspekten, die mit dem Sterbe- und Todesprozess verbunden sind, spirituelle Sterbebegleitung und Hospizarbeit und Aktivitäten und Handlungen, die mit der Bestattung, dem Abschied nehmen, dem eigenen Trauerprozess und dem der anderen assoziiert sind.
Die Arbeitsgruppe trifft sich in regelmäßigen Abständen, um eine thematische Übersicht und Textgrundlage zu schaffen, die dann zu einem späteren Zeitpunkt im Rahmen einer Ausbildung zum Sterbebegleiter, die im Tibethaus Deutschland voraussichtlich ab 2011/2012 angeboten werden wird, dienen soll.
Die bisher erarbeiteten Texte werden zunächst auf der Homepage des Tibethauses veröffentlicht. Es soll Interessierten die Möglichkeit geboten werden, sich an die Themen Sterben, Tod und Trauer anzunähern und eine erste Einführung zu erhalten. Literaturhinweise, zusammengestellte Texte, Handouts und Materialien, die u.a. eine Auswahl an Meditationspraktiken und Mantra bezogene Meditationsübungen der tibetisch-buddhistischen Tradition enthalten, sollen auch als PDFs zum Herunterladen frei zugänglich sein.
Der Schwerpunkt liegt auf dem tibetisch-buddhistischen Zugang zu diesen Themenbereichen. Dabei ist nicht nur das theoretische Verständnis gemeint. Entscheidend sind nützliche Lebenshilfen und die Integration dieser in den praktischen Lebensalltag. Alles auch im Hinblick auf die Vergänglichkeit und den vielen Trennungserfahrungen, mit denen jeder Mensch im Leben und Sterben unablässig konfrontiert wird.
Das vom Tibethaus geplante Curriculum für Hospizarbeiter orientiert sich an den Richtlinien der Landesarbeitsgemeinschaft Hospiz (Hessen). Der inhaltliche Aufbau erfolgt folglich nicht ausschließlich unter spirituellen Aspekten, sondern beinhaltet auch die Vermittlung von wichtigem Grundwissen in Bezug auf die Hospizarbeit, auf medizinische und pflegerische Behandlungsmethoden und -maßnahmen u.a.
Darüber hinaus werden psychologische Schwerpunkte und Grenzen thematisiert, die sich auf die Wahrnehmung, die Kommunikation und therapeutische Anwendungen beziehen.
Dr. Corina Aguilar-Raab, die Leiterin der Arbeitsgruppe, ist Diplompsychologin, ausgebildete Sterbebegleiterin für Erwachsene sowie für Kinder und Jugendliche, wissenschaftliche Mitarbeiterin und Dozentin an der Universität Heidelberg, Institut für Medizinische Psychologie. Tibetisch-buddhistische Praktizierende und von S.E. Loden Sherab Dagyab Rinpoche, dem spirituellen Leiter des Tibethauses Deutschland e.V., autorisierte Dharmatutorin.
Kontakt | aguilar-raab
tibethaus.com
