Reisen nach Indien
Reisen zu tibetischen Exilklöstern in Indien
Die Klosteruniversitäten Drepung, Sera und Ganden in Südindien gehören zu den größten monastischen Einrichtungen der Exil-Tibeter. Sie sind nach dem Vorbild der gleichnamigen Klöster in Tibet mit Hilfe der indischen Regierung erbaut worden.
Schon einige Male wurden für Freunde und Mitglieder des Tibethauses privat von Willi Maassen Reisen zum Selbstkostenpreis zu diesen Klöstern organisiert. Hierbei konnten die Mitreisenden insbesondere die unserem Lehrer Dagyab Kyabgön Rinpoche unterstehenden Klosterabteilungen kennen lernen und so einen engeren Kontakt zu seiner dortigen Schülerschaft herstellen. Für die einfache Unterbringung und hervorragende Verpflegung in den dazugehörigen Gästehäusern wurde eine Spende entrichtet.
Ein weiterer Grund für die Besuche dieser Klosteruniversitäten sind die dann stattfindenden, jeweils mehrtägigen Unterweisungen S.H. Dalai Lama. Dagyab Rinpoche empfiehlt besonders eindringlich seinen engeren SchülerInnen, diese kostbaren Gelegenheiten zu nutzen, denn Sein Heiligkeit wird solche Unterweisungen nicht unendlich lange geben können.
Meistens wird zu Beginn oder zum Ende ist ein mehrtägiger Strandaufenthalt in Goa eingeplant. Die nächste Reise wird voraussichtlich im Januar 2008 stattfinden.
Wer dem Tibethaus oder Dagyab Rinpoche verbunden ist und sich der Reise anschließen möchte, kann gerne möglichst bald mit
Willi Maassen Kontakt aufnehmen. Tel: 0228.31 94 32.
Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass es sich um private Gruppenreisen handelt und sich aus der Ankündigung und Planung keinerlei Rechtsansprüche ableiten lassen.
Dritte Chödzong-Indienreise, Dezember 2004
Rundreise der ersten Teil-Gruppe und Ankunft in Sera
Von Willi Maaßen
Diese Indienreise stand unter einem ganz anderen Stern als die zwei Vorangegangenen, denn Rinpoche fuhr nicht mit uns. Er war schon seit November in Süd-Ost-Asien unterwegs. Außerdem gab es neben den beiden Gruppen, die am 1. bzw. 8. Dezember nach Indien flogen, noch einige Individualreisende. Auch unsere kleine Pilgerreise zu den historischen Felsenklosteranlagen von Ellora und Ajanta machten diese Reise zu etwas Besonderem ...
Am Morgen des 2. Dezember landeten wir auf dem Flughafen von Goa und fuhren in das Hotel "Golden Eye" am Calangute Beach, das einige von uns schon von den vorherigen Reisen her kannten. Herrliche Atmosphäre, gutes Essen, wunderbare weite Strände und preiswerte, komfortable Zimmer (DZ EUR 14,-) waren die besten Vorraussetzungen für ein paar erholsame Tage am Arabischen Meer.
Nach zwei Tagen machten wir uns mit dem Zug über Bombay auf den Weg nach Aurangabad, in dessen Nähe die historischen Felsenklöster von Ajanta und Ellora liegen. Nach einer nächtlichen Fahrt im "Second Class Sleeper" stiegen wir einigermaßen ausgeschlafen in Bombay aus dem Zug. Der nächste Anschluss war erst am Abend, sodass wir Zeit hatten, einen Eindruck von der Stadt zu bekommen: Eine von Menschen wimmelnde Metropole, in der Armut und Reichtum dicht beieinander liegen und Bilder eines ständigen Überlebenskampfes der Ärmsten betroffen machen.
Nach einem ausgedehnten Frühstück und Platzreservierungen für den nächtlichen Anschlusszug fanden wir ein Taxi, das uns alle auf einmal (sechs Personen) zur "Gate of India" brachte. Von dort fuhren wir - genau so wie viele indische Familien (die es sich leisten können) am Sonntagnachmittag - mit einem kleinen Boot zu der Insel Elefanta, die vor den Toren Bombays gelegen ist. Dort besichtigten wir die hinduistischen Tempelanlagen, imposante, in den Felsen gemeißelte Hallen mit riesigen Götterdarstellungen.
Bevor wir abends den Nachtzug bestiegen, ruhten wir uns noch in einem indischen Kino aus. Wir sahen den amerikanischen Hollywood-Film "Bridget Jones": eine irritierend, gegensätzliche Erfahrung.
Glücklich in Aurangabad und - nach einigem Hin und Her - auch in einem passenden Hotel angekommen, besichtigten wir am Nachmittag die etwa eine Autostunde entfernten Felsenklosteranlagen von Ellora. An diesem Ort hatten sich im Laufe der Jahrhunderte mehrere Religionen (Hinduismus, Jainismus, Buddhismus) angesiedelt und ihre Kunstwerke hinterlassen. Die hinduistischen Anlagen waren außergewöhnlich in ihrer Schönheit, die meisten buddhistischen waren eher schlicht gehalten (bis auf eine ganz hervorragend gearbeitete Versammlungshalle) und hatten gerade dadurch einen besonderen Charme.
Die 30 Höhlen von Ajanta sind etwa drei Stunden Autofahrt von Aurangabad entfernt, rein buddhistisch und genauso wie Ellora eine berühmte Pilgerstätte. Sie gehören zum Weltkulturerbe und sind wegen der vielen Besucher auf eine sehr "westliche" Art durchorganisiert: mit Bustransfer, Souvenirläden, Parkplatzgebühren etc. In die hohen Terrassen einer Flussbiegung gemeißelt und in einer wunderschönen Landschaft gelegen, sind sie ein idyllischer Ort. Die riesigen Felsenhöhlen mit hervorragend erhaltenen Wandmalereien begeistern jeden Besucher. Imposante Buddhastatuen - es gibt dort auch einen liegenden Buddha in Übergröße - sind in künstlerisch gestalteten Tempeln zu sehen.
Die Reise mit dem Zug von dort nach Bangalore dauerte 36 Stunden und stellte uns in dem ersten kurzen Abschnitt (3,5 Stunden) auf eine harte Probe. Die Waggons waren total überfüllt und wir hatten wirklich Mühe, einen "Stehplatz" zu bekommen. "Stehplatz" schreibe ich in Anführungszeichen, weil das Wort fast eine Übertreibung ist, denn über weite Strecken waren wir so dicht eingezwängt, dass allein die vielen Menschen um uns herum uns am Umfallen hinderten.
Auf dem Umsteigebahnhof mussten wir bei noch kühlen Temperaturen, mitten in der Nacht, vier Stunden auf unseren Anschluss warten. Alle legten sich in ihre Schlafsäcke, nur mir blieb die Aufgabe überlassen, mich wach zu halten und auf unser Gepäck aufzupassen. Für die weitere 24-stündige Fahrt nach Bangalore reservierten wir uns dann ein Erste-Klasse-Abteil und konnten uns von den vorherigen Strapazen erholen. Slava sagte: "Die Erste Klasse ist wie ein Hotel, 'Second Class Sleeper' ist wie auf der Straße."
In Bangalore suchten wir uns einen Jeep, der uns in sechsstündiger Fahrt nach Sera brachte, wo die Belehrungen des Dalai Lama überraschenderweise schon am Morgen begonnen hatten - wie so oft in Indien wurde die Planung kurzfristig geändert.
Wöser Rinpoche vom Tsawa Khangtsen hatte schon alles für uns Chödzongler vorbereitet. Zimmer mit Bad waren reserviert, auf dem Dach seines Klosters hatte er ein Zelt spannen lassen, damit wir dort unsere Mahlzeiten einnehmen konnten, die seine Mönche mit großem Aufwand für uns zubereiteten.
Der zweite Teil unserer Gruppe kam am nächsten Tag (siehe unten), Dagyab Rinpoche dagegen war schon da, und wir freuten uns alle sehr, ihn wiederzutreffen. Er organisierte für uns Besuchstermine bei anderen befreundeten Lamas: Tokden Rinpoche, Dagyab Chungtsang Rinpoche, Legön Rinpoche, Ling Rinpoche, Zong Rinpoche ... Wir wurden des öfteren zusammen mit ihm zum Abendessen eingeladen, lernten dadurch andere Khangtsens kennen und besichtigten mit ihm die verschiedenen Tempel in und um Sera.
Dank Rinpoche war es eine großartige Indienreise, und alle Teilnehmer haben sich sehr wohl gefühlt. Viele neue Eindrücke und Erfahrungen machten sie zu einem wunderbaren Erlebnis, eine Empfehlung für zukünftige Indienreisen.
Anreise der zweiten Gruppe und Kommentarbelehrungen im Unteren Tantra-Kolleg
Von Annette Kirsch
So zu sagen als "zweite Staffel" der Chödzong-Reisegruppe flogen wir am Abend des 8. Dezember von Frankfurt aus in Richtung Goa. Nach einem geruhsamen Strandtag zum Akklimatisieren ging es am 10. Dezember per Flugzeug gleich weiter nach Bangalore und von dort aus mit dem Taxi nach Sera.
Zum Glück erwartete Geshe-la uns in Bangalore und half, ein passendes Taxi zu finden. Gegen Mitternacht kamen wir in Sera an. Im Dunkeln wurden wir in unsere Zimmer "eingewiesen", legten uns gleich schlafen und freuten uns auf den nächsten Tag, auf das Wiedersehen mit Rinpoche und die anderen Chödzong-Reisenden.
Die Belehrungen hatten bereits angefangen, so dass sich die Suche nach einem Sitzplatz in der Prayer-Hall schwierig gestaltete. Es waren sehr viele "Westler" in dem ihnen zugewiesenen Bereich. Und natürlich hatten die Anwesenden am ersten Tag den Platz schon unter sich aufgeteilt, das ist üblich. Mit freundlicher Hartnäckigkeit und viel gutem Willen auf allen Seiten haben wir uns dann doch alle irgendwie dazwischen gequetscht. Schließlich war es nicht nur in unserem "Ausländerflügel" eng, sondern überall. Ein Blick nach rechts oder links zu den Mönchen machte also jedem deutlich, dass unsere Platzprobleme nicht unlösbar waren ...
Von unserem Gastgeber Woser Rinpoche wurden wir nach Strich und Faden verwöhnt: Essen, Transporte und was sonst auch immer - jeden Wunsch las er uns von den Augen ab. Er organisierte auch die tägliche Fahrt ins Untere Tantra-Kolleg für diejenigen, die an den viertägigen Kommentarbelehrungen zur Einweihung teilnahmen.
Trotz dieses Komforts, war es einigermaßen stressig: Jeden Morgen um sechs Uhr gab es Frühstück, um halb sieben war die Abfahrt mit einem kleinen Bus. Abends kamen wir zwischen sechs und halb sieben zurück. Dazwischen lagen zwei mal 90 Minuten Fahrt über holprige Straßen, zwei mehrstündige Sitzungen und ein üppiges Mittagessen im eigens für uns aufgebauten Zelt.
Auch die Gompa im Unteren Tantra-Kolleg war bis auf den letzten Platz belegt. Über die Belehrungen nur so viel: Auch wenn man den Dalai Lama durch Seine Besuche in Europa kennt - es ist eine ganz neue Erfahrung, ihn in Indien zu erleben.
Zum Schluss klappte es sogar noch mit der erhofften Audienz: Wir durften uns einreihen in eine kleine Schlange Glücklicher, die Seiner Heiligkeit in seinen Räumen einen Katak übergeben durften. Rinpoche war dabei und stellte uns vor. Ein Augenblick des Innehaltens, alle strahlten, Gruppenfoto, ein Foto von Seiner Heiligkeit mit Rinpoche, hastige Dankesworte von uns - die Nächsten bitte! Rein äußerlich war es unspektakulär.
Es war eine intensive Zeit in Sera. Ganz besonders dankbar bin ich, dass wir uns durch die zahllosen Widrigkeiten des indischen Alltags nicht ablenken lassen mussten. Das hatten wir zum einen Willi Maaßen zu verdanken, der die Reise mit Umsicht und schier unendlicher Geduld organisiert und geleitet hat, zum anderen der fürsorglichen Betreuung durch unsere Gastgeber.
Das Ende der Reise ist schnell erzählt: Einige fuhren über Land nach Drepung und wohnten dort für einige Tage im Nyare Khangtsen, um Rinpoches "Haupt-Standort" in Indien und Geshe-las Zuhause kennen zu lernen. Andere reisten per Flugzeug direkt nach Goa, um noch ein paar zusätzliche Tage das Strandleben genießen zu können. Ein paar Leute kehrten kurz vor Weihnachten nach Hause. Der größte Teil der Gruppe flog am 30. Dezember zurück ins kalte Deutschland.










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