Laufende Studienprogramme
Grundlagenstudium Lamrim – Vertiefungsjahr
September 2011 bis Juni 2012
Leitung | Ehrw. Dr. Brigit Schweiberer (Getülma Losang Drime) und Ehrw. Bhikshu Tenzin Peljor
Vertiefung der Vollkommenheit der Weisheit: Die vorbereitenden Übungen (Ngöndro)
Termine: 10.|11. Sept. 2011, 22.|23. Okt. 2011, 19.|20. Nov. 2011, 28.-29. Jan. 2012, 18.|19. Febr. 2012, 24.|25. März 2012, 12.|13. Mai. 2012, 16.|17. Juni 2012
Abschlussretreat: 4.-10. August im Kamalashila-Institut
Zeit: Samstag 13 Uhr bis Freitag nach dem Mittagessen
Themen der Wochenenden:
- Philosophische Schulen: Vaibhashika und Sautrantika – Praxis: Zuflucht. Die philosophischen Sichtweisen der beiden Hinayana-Schulen sind die Grundlage für ein tieferes Verständnis der höheren Schulen. Die Betonung liegt auf den Vier edlen Wahrheiten und der Selbstlosigkeit der Person.
Die Praxis der Zuflucht ist Grundlage jeder Buddhistischen Praxis und wird als eigene vorbereitende Übung für alle weiteren Meditationen praktiziert. - Philosophische Schulen: Cittamatra und Svatantrika – Praxis: Guru-Yoga. Die Sichtweise der Nur-Geist-Schule (Cittamatra) vertritt, dass es keine äußeren Objekte gibt und die Welt nur vom Geist geschaffen ist. Die Sichtweise der Autonomie-Schule (Svatantrika) vertritt, dass Dinge zwar objektiv existieren, aber nicht so, wie sie erscheinen.
Die Praxis des Guru-Yoga in ihren verschiedenen Aspekten ist eine essenzielle Grundlage sowohl für die Sutra- als auch für die Tantra-Praxis. - Philosophische Schulen: Prasangika – Praxis: Wasserschalen darbringen. Nach der Sichtweise der Konsequenzschule (Prasangika) sind Dinge durch geistige Zuschreibung etabliert, d.h. sie existieren ganz und gar in Abhängigkeit von einem wahrnehmenden Subjekt.
Die Praxis der Wasserschalendarbringung sammelt Verdienste an und dient dazu, den Geist sanft und geschmeidig zu machen. - Leerheit: Das Objekt der Verneinung identifizieren – Praxis: 35 Buddhas. Die Erkenntnis der Leerheit beruht auf der korrekten Verneinung einer inkorrekten Bestehensweise von Phänomenen. Es darf weder zuviel verneint werden, um nicht in das Extrem des Nihilismus zu verfallen, noch zu wenig, um nicht in das Extrem des Absolutismus zu verfallen.
Die Praxis der 35 Bekenntnisbuddhas bereinigt negatives Karma und Hindernisse, Niedergeschlagenheit und Schuldgefühle. - Leerheit und abhängiges Entstehen – Praxis: Vajrasattva. Die Erkenntnis der Leerheit ist ein korrektes Verständnis davon, wie Phänomene nicht existieren, nämlich unabhängig. Der nächste Schritt besteht darin, zu erkennen, wie sie in Wirklichkeit bestehen, nämlich abhängig.
Die Praxis von Vajrasattva ist eine der wichtigsten Praktiken zum Bereinigen von negativem Karma und Hindernissen, insbesondere auch beim Verständnis des Dharma und der Dharmapraxis. - Leerheit analysieren: Die Leerheit der Person – Praxis: Mandala-Darbringung. Die Leerheit der Person ist einfacher zu erkennen als die Leerheit von anderen Phänomenen, daher beginnt man mit der Analyse der Person. Drei Verneinungsobjekte müssen hier korrekt erkannt und verneint werden.
Die Praxis der Mandala-Darbringung sammelt außerordentlich viele Verdienste an und verleiht dem Geist Kraft, Stabilität und Klarheit. - Leerheit analysieren. Die Leerheit von Phänomenen – Praxis: Vajradaka. Die Leerheit der Phänomene wird anhand gezielter Analysen von Ursachen, Entität und Resultaten von Phänomenen erkannt. Diese Analysen werden erklärt und meditiert.
Die Praxis von Vajradaka (Dorje Khandro) ist eine außerordentlich kraftvolle Methode zur Bereinigung von negativem Karma mithilfe einer Feuerzeremonie. - Leerheit und gültige konventionelle Erkenntnis von Phänomenen – Praxis: Tsa Tsas herstellen. Es ist schwieriger, die konventionelle Existenz von Phänomenen zu erkennen, als ihre Leerheit. Daher folgt sie nach der Erkenntnis der Leerheit. Wie Phänomene leer von inhärenter Existenz sind und dennoch durch gültige konventionelle Erkenntnis einwandfrei bestimmt werden können, bedeutet das Finden des Mittleren Weges. Wird der Mittlere Weg nicht gefunden, besteht die Gefahr, dass die Erkenntnis der Leerheit als Nicht-Existenz von Phänomenen missverstanden wird.
Die Praxis der Tsa-Tsa-Herstellung (Abbildungen von Buddhas) sammelt Verdienste an und hilft, Krankheiten zu überwinden.
Aufbaustudium: Madhyamakavatara – Drittes Studienjahr
Oktober 2011 bis Mai 2012
Leitung: Ehrw. Dr. Brigit Schweiberer (Getülma Losang Drime)
Termine: 15.|16. Okt. 2011, 10.|11. Dez. 2011, 10.|11. März. 2012, 28.|29. Apr. 2012, 26.|27. Mai. 2012
Abschlussretreat: 13.-19. August im Buddhistischen Zentrum Jägerndorf
Zeit: Montag 13 Uhr bis Sonntag nach dem Mittagessen
Madhyamakavatara (Einführung in den Mittleren Weg) von Arya Chandrakrti (7. Jhdt. n. Chr), ist einer der bekanntesten Kommentare zu den Grundversen zum Mittleren Weg (Mulamadhyamakakarika) von Arya Nagarjuna, dem großen Exegeten der Lehre des Buddha zur Vollkommenheit der Weisheit (Prajnaparamatita) und Wegbereiter der Philosophie des Mittleren Weges (Madhyamika). Beide Werke sind seit Jahrhunderten wegweisend für das Studium und für ein korrektes Verständnis der Philosophie des Mittleren Weges.
Chandrakirtis brillanter Kommentar schildert in zehn Kapiteln den „Ausbildungswerdegang“ eines Bodhisattva, das heiβt, einer Person, die die Buddhaschaft zum Wohle aller Lebewesen erlangen will, beginnend mit der Entwicklung von großem Mitgefühl. Jedes Kapitel widmet sich alsdann je einer von zehn Bodhisattva-Ebenen und der Praxis der jeweils hauptsächlich damit verbundenen Vollkommenheit (Paramita).
Das zentrale Kapitel ist das sechste, das der Vollkommenheit der Weisheit, das heiβt, der Erkenntnis der Leerheit aller Phänomene gewidmet ist. Eine korrekte Erkenntnis der Leerheit (Sunyata) aller Phänomene und ein korrektes Verständnis ihrer vielfältig abhängigen Bestehensweise (Pratityasamutpada) ist die unverzichtbare Voraussetzung für die Befreiung aus dem Daseinskreislauf und für die Erleuchtung. Damit ist sie die Grundlage jeder höheren Zielsetzung und Praxis im Buddhismus. Alle anderen Lehren gab der Buddha in Hinblick und zur Vorbereitung auf diese zentrale Erkenntnis. Wer die Leerheit erkennt, wird Befreiung erlangen, wer sie nicht erkennt, wird im Daseinskreislauf gefangen bleiben.
Das Studium des Grundtextes von Chandrakirti wird begleitend ergänzt werden von seinem eigenen Kommentar (Madhyamakavatarabhasyam) und dem Kommentar von Lama Tzongkhapa „Erläuterung der Absicht“ (dGongs pa rab gsal).
