Ausgabe 23.02.2012

Das Tibethaus 

Das Tibethaus Deutschland ist ein Kulturinstitut, das sich den buddhistischen Prinzipien der Toleranz und Offenheit verpflichtet fühlt.
Tibetinteressierte, BuddhistenInnen genauso wie Nicht-BuddhistenInnen, finden hier einen Ort, an dem sie buddhistische Philosophie und Praxis, Heilkunde, Gesellschaftsrelevantes, Wissenschaftliches, sowie die alte und moderne Kultur Tibets kennenlernen und erfahren können. 

Das neue tibetische Jahr hat begonnen! Das Jahr des Wasserdrachens (nach dem königlichen tibetischen Kalender ist es das Jahr 2139).
Wir möchten allen Freunden des Tibethauses wünschen, dass sie  mit Freude, inspiriert und gesund durch
das kommende Jahr kommen.
Dieses Jahr wird Losar aufgrund der tragischen Selbstverbrennungen von Tibetern und Tibeterinnen (in
Osttibet) in der tibetischen Welt nicht mit Tanz und Musik begangen; es werden lediglich Gebete gemacht und Wacholderopfer dargebracht.

Im Tibethaus  haben wir - wie jedes Jahr - einen traditionellen Neujahrsaltar aufgebaut.

 

Themenübersicht

 

Nachrichten:
1. Buddhismus Begreifen!
2. Film: "My Reincarnation"

 

Programm:
3. Tibetischer Buddhismus – Westliche Projektionen
4. Vor der Jahreswende: Rituelle Reinigung und „Guthuk“
5. Losar
6. Gebete und Rituale zum Neujahrsbeginn
7. Vernissage: Zeitgenössische Tibetische Fotografie
8. Termine
9. Zitat der Woche

1. „Bitte, machen Sie weiter!“ – Ein Besuch im Kloster Drepung
    Reisebericht von Annette Kirsch

 

v.l. Volunteer Consultant, Annette Kirsch (deutsche Projektgruppe), Ehrw. Drepung Tripa, Puntsok Tsering (Tibethaus), Ehrw. Lobsang Sangye (Verwalter)

Ende Januar habe ich gemeinsam mit Puntsok Tsering das Kloster Drepung in Mundgod/Südindien besucht. Anlass unserer Reise war das Wasserprojekt, über das verschiedentlich schon berichtet wurde.

Während unseres Aufenthalts im Kloster haben wir festgestellt, dass sich dort ökologisches Umweltbewusstsein entwickelt. Die Verwendung von Plastiktüten etwa ist schlicht und einfach verboten. Außerdem stehen überall Hinweisschilder, die z. B. den Zusammenhang zwischen wilden Müllhalden und Krankheiten darlegen. Es scheint einige Leute zu geben, die sich in ihrer Freizeit aktiv um die Lösung der Umweltprobleme bemühen. Eine dieser „NGOs“ haben wir auch kennengelernt und hatten einen sehr guten Eindruck von ihrer Arbeit.

Was unser eigenes Projekt betrifft, so wurden wir von der Klosterleitung zu einer großen und zwei kleinen Besprechungen sowie einem Mittagessen eingeladen. Die große Runde – an der neben dem Drepung Tripa (= Abt von Drepung) u.a. auch Tokden Rinpoche teilnahm – haben wir genutzt, um darzustellen, welche Maßnahmen die deutsche Projektgruppe in den vergangenen Jahren unternommen hat, um Geld und Know-how für den Bau eines nachhaltigen, ökologischen Wasser- und Abwassersystems in Drepung zusammenzubringen. Auch wenn wir unser Ziel bisher nicht erreicht haben – der Drepung Tripa bedankte sich lebhaft bei Dagyab Kyabgön Rinpoche, der das Projekt initiiert hat, und bei der deutschen Projektgruppe für ihre Bemühungen, und er bat darum, dass wir nicht lockerlassen. Die bestehenden Wasserprobleme seien ein großes Problem für das Kloster und er hoffe sehr, dass es uns gemeinsam gelingt, dafür eine Lösung zu finden.

In einer der Folgesitzungen wurde eine wichtige Basis für die gute Kooperation zwischen Deutschland und dem Kloster geschaffen: Der zuständige Verwalter sagte zu, ein festes Projektbüro einzurichten, das auch nach Ablauf seiner Amtszeit weiterbestehen kann. Denn die Klosterleitung wird alle drei Jahre komplett ausgetauscht, was für ein langfristiges Projekt wie das unsere ungünstig ist. In diesem Projektbüro sollen Menschen arbeiten, die über gute Englischkenntnisse verfügen und ein ernsthaftes Interesse an Ökologie haben.

Außerdem wurde beschlossen, von den bisher gesammelten Spenden einige kleinere, sofort sichtbare Maßnahmen im Kloster zu realisieren. Unser Gesprächspartner schlug vor, mit der Sanierung einer kleinen Straße neben dem Hauptgebäude (siehe Foto) zu beginnen. Derzeit wird dafür eine Projektskizze erarbeitet, die anschließend umgesetzt werden soll.

 

 Sobald das „Team Drepung“ eingerichtet ist und seine Arbeit aufnimmt, will das „Team Germany“ eine eigene, dreisprachige Projekthomepage erstellen (Englisch, Tibetisch, Deutsch), um besser über die einzelnen Schritte des Projekts zu informieren. So hoffen wir, dass wir in kleinen Schritten doch noch dem großen Ziel näherkommen, gemeinsam mit den Bewohnern von Drepung/Mundgod ein ökologisch nachhaltiges Wasser- und Abwassersystem zu bauen und langfristig zu erhalten. Denn nur so ist es möglich, das bedrohliche Absinken des Grundwasserspiegels aufzuhalten. Auf tibetischer Seite – das hat unsere Reise gezeigt – ist das Interesse daran groß.

2. Zeitgenössische tibetische Fotographie-Ausstellung im Tibethaus

Das Tibethaus Deutschland e.V. eröffnet  am Samstag, dem 25. Februar 2012 um 18 Uhr die Ausstellung "Zeitgenössische tibetische Fotographie". Sechs zeitgenössische tibetische Künstler präsentieren Ihre – teilweise großformatigen - Fotos. Die moderne tibetische Kunst spiegelt ein neues tibetisches Selbstbewusstsein wieder, das sich insbesondere in den Fotografien zeigt, die ausdrucksstark und vielfältig sind. Sie sind jenseits üblicher Tibet-Klischees.Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft der Frankfurter Stadträtin Dr. Eskandari-Grünberg und wird gefördert vom Kulturamt der Stadt Frankfurt. Die Eröffnungsrede hält der bekannter Schauspieler und Tibetfreund Ralf Bauer. Anschließend wird der tibetische Fotograf und Dichter Jangbu, der vertretend für alle teilnehmenden Künstler aus Frankreich angereist ist, einige Gedichte in seiner Muttersprache rezitieren.

http://www.orfeos.de/

3. Thementag Himalaya in Köln
    Sonntag, 26. Februar, ab 10 Uhr

Ein buntes Veranstaltungsprogramm mit Vorträgen, Führungen, Workshops, Musik, Mitmachaktionen, Kulinarischem, Info-und Verkaufsständen bietet Einblicke in die faszinierende Welt des tibetischen Hochgebirges.
Veranstalter: Rautenstrauch-Joest-Museum in Kooperation mit Grenzgang und Kulturklüngel
Weitere Infos unter: www.museenkoeln.de/rautenstrauch-joest-museum/

4. Tibet-Ausstellung in Hofheim

Die Ausstellung „Die lange Rückkehr nach Tibet - Geschichte und Kunst“ ist im Foyer des Hofheimer Rathauses, Chinonplatz 2, zu sehen. Sie zeigt mit Hilfe von Fotos die jüngere tibetische Geschichte, darunter auch die ersten Fotos aus dem Exilleben der Tibeter in Dharamsala/Nordindien.
Eröffnet wird diese Ausstellung am Sonntag, 26. Februar 2012, um 14.00 Uhr. Bis zum 15. März ist die Ausstellung zu folgenden Zeiten geöffnet: montags bis freitags 9.00 bis 12.00 Uhr und dienstags von 16.00 bis 18.00 Uhr.

5.Seminar mit S.E. Dagyab Rinpoche

Achtung: Für das Seminar mit Unterweisungen von S.E. Dagyab Rinpoche „Die Natur des Geistes und Akshobhya-Ermächtigung“ (Freitag, 16. bis Sonntag, 18. März) gibt es nur noch wenige Plätze. Bitte umgehend anmelden.

6. Gebete und Rituale zum Neujahrsbeginn
 
   Samstag 25. Februar 

Im Lhakang ist der traditionelle, tibetische Neujahrsaltar aufgebaut. Wir werden dort eine gemeinsame Puja sowie Langlebensgebete für unseren Schirmherrn durchführen. Auch werden wir gemeinsam vor dem Tibethaus ein Sang-Rauchopfer-Ritual abhalten. 
Zeit | 15.00 - 17.00 |

7. Grundlagen der Vollendungsstufenpraxis in Verbindung mit Cittamani-Tara
    Studienretreat in Höfen, Donnerstag, 01. bis Dienstag, 06. März 2012

Der ruhig gelegene, ländliche Yogahof im Steigerwald, Höfen, bietet eine weitere Gelegenheit, unser Verständnis zu vertiefen.Dieser Retreat ist nur für diejenigen geeignet, die mit der Vorstellungsstufe des Anuttara-Yogatantra vertraut sind, dies muss nicht zwangsläufig Cittamani-Tara sein, sondern kann auch einen anderen Yidam betreffen. Die Kursleiter Dr. Cornelia Weishaar-Günter, Tibetisch-Übersetzerin und Kursleiterin und Roland Schönwitz, Altenpfleger und Künstler, sind langjährige Schüler von S.E. Dagyab Rinpoche. 
Um Anmeldung wird gebeten! Es sind noch wenige Plätze vorhanden.
Beginn um 15 Uhr | Mitglieder 50 Euro | Nicht-Mitglieder 75 Euro zzgl. Übernachtung und Verpflegung

8. „Cafe Philosophie“
     Donnerstag, 1. März

Katha Upanishad – Antworten auf die letzten Fragen nach Sein und Nichtsein
Die Katha-Upanishad aus dem Yajurveda beschreibt die Begegnung von Naciketas mit dem Tod, dem er die letzten Fragen zu Sein und Nichtsein stellt. Mit dem Gleichnis vom Wagen wird der Blick nach innen gerichtet und aufgezeigt, wie der  Tod überwunden werden kann. Können wir die beschriebene Erkenntnis auch für uns nutzen?   
Zeit | 19:00 bis 20:30 |
Leitung | Prof. Dr. Klaus Jork | 
Auf Spendenbasis

9. Tibetische Thangka-Malerei
    Freitag 2. bis Sonntag 4. März

Die erfahrene Thangka-Mallehrerin Marian van den Horst führt in die Grundlagen der tibetischen religiösen Malerei ein. Der Kurs ist auch für Anfänger mit allgemeinen zeichnerischen Kenntnissen geeignet.
Hausaufgaben sind Teil des Unterrichtes.         
Um baldige Anmeldung wird gebeten. 
Zeit | Freitag 18:00 bis 21:00 | Samstag 10:00 bis 13:00 + 15:00 bis 18:00 | Sonntag 10:00 bis 13:00 |
Mitglieder 75 Euro | Nichtmitglieder 95 Euro |

10. Das Rad der scharfen Waffen – Dharmarakshita 
     Donnerstag, 8. März

Geshe Ngawang Thapkhe wird Unterweisungen zu dem bekannten Text der Geistesschulung von Dharmarakshita aus dem 10. Jahrhundert geben. Die Unterweisungen, die Geshe la in seiner warmherzigen und humorvollen Art und Weise gibt, sind sowohl für Anfänger als auch fortgeschrittene Praktizierende geeignet. Wie können wir unser Leben sinnvoll nutzen, schädliche Geisthaltungen umwandeln, und daraufhin mit zwischenmenschlichen Konflikten konstruktiv
umgehen?
Zeit | 19:30 – 21:00 | 
Mitglieder 7 Euro | Nichtmitglieder 9 Euro |

11. Resilienz - Nicht kentern trotz wilder See
     Freitag 9. März

Die Heidelberger Anna Matzenauer (Systemischer Coach) hält einen Vortrag über Resilenz. Das bedeutet eigentlich Widerstandskraft und ist ursprünglich ein Begriff aus der Werkstoffkunde. Heute wird die Fähigkeit, trotz widriger Umstände, schneller Veränderungen und hoher Anforderungen im Arbeitsleben kraftvoll, klar und wirksam zu bleiben, als Resilienz bezeichnet. Diese Fähigkeit ist zunehmend gefragt. Und zwar sowohl auf das Individuum (privat und beruflich) bezogen als auch auf die Organisation an sich.
Zeit | 20.00 bis 22.00 |
9 Euro | ermäßigt 7 Euro |

12. Termine

  • 09.02.12 | "Cafe Philosophie" | Prof.Dr.Klaus Jork | 19.00 - 20.30 | 
  • 10.02.12 | spirituelles Coaching | Vortrag | Anna Matzenauer | 19.30 - 21.30 | 
  • 12.02.12 | Lamrim im Alltag | offene Stadtgruppe | 18.00 - 20.00 |  
  • 17.02.12 | Tantra in Tibet | Vortrag | Dr. Karsten Schmidt | 19.30 - 21.00 | 
  • 19.02.12 | Tibetisch für Fortgeschrittene | Puntsok Tsering Duechung | 15.30 - 18.00 |  
  • 19.02.12 | Tibetisch für Anfänger | Puntsok Tsering Duechung | 18.30 - 20.00 |  
  • 20.02.12 | Gu Tuk | Reinigung des Tibethauses | Puntsok Tsering | 17.00 - 21.00 |  
  • 22.02.12 | Losar | Altar und Gebete | 17.00 | 
  • 25.02.12 | Gebete und Rituale zum Neujahrsbeginn | 15.00 | 
  • 25.02.12 | Vernissage: Zeitgenössische Tibetische Fotografie | 18.00 | 
  • 01.03 - 06.03.12 | Studienretreat | Dr. Cornelia Weishaar-Günter und Roland Schönwitz |
  • 01.03.12 | "Cafe Philosophie" | Prof.Dr. Klaus Jork | 19.00 - 20.30 | 
  • 02.03. - 04.03.12 | Tibetische Thangka-Malerei | Marian van der Horst |    

13. Zitat der Woche

"Kein Mensch besteht für sich allein,
wir müssen all uns hilfreich sein."

Johann Wolfgang von Goethe