12.12.2011 [extra]

Ausgabe 12.12.2011

Das Tibethaus 

Das Tibethaus Deutschland ist ein Kulturinstitut, das sich den buddhistischen Prinzipien der Toleranz und Offenheit verpflichtet fühlt.
Tibetinteressierte, BuddhistenInnen genauso wie Nicht-BuddhistenInnen, finden hier einen Ort, an dem sie buddhistische Philosophie und Praxis, Heilkunde, Gesellschaftsrelevantes, Wissenschaftliches, sowie die alte und moderne Kultur Tibets kennenlernen und erfahren können. 

Winter in Lhasa, Lhukang-Tempel 2011

1. Weihnachtsbrief Loden Sherab Dagyab Rinpoche

 

Berlin, 1. Dezember 2011

Liebe Schülerinnen und Schüler und Freude des Tibethauses,

zunächst möchte ich euch alles Gute für die bevorstehenden Feiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr wünschen.
Ich freue mich sehr, dass es eine Gruppe von SchülerInnen gibt, die mit mir kontinuierlich auf verschiedenen Ebenen in Kontakt bleiben.

Momentan wünsche ich mir von Herzen Folgendes: dass Ihr alle aktuell Euch mit unserem Vorhaben als Euer Vorhaben identifiziert und uns in jeder Hinsicht, finanziell, ideell, praktisch unterstützt. 
Das Wichtigste für mich ist –  und das betone ich immer wieder –  Solidarität. 
Diese ist in jeder Hinsicht positiv. Sowohl für die buddhistische Praxis als auch für weltliche Belange.
Es ist in unserer Gemeinschaft einfach von großem Nutzen, dass wir alle an einem Strang ziehen.
Ich behaupte sogar Folgendes: zusammen erreichen wir Buddhaschaft, erlangen jede Form von positiven Resultaten. 
Wenn wir in die Geschichte schauen, so sehen wir, dass alles Gute durch konstruktive Zusammenarbeit entsteht. Sobald man aber „sein eigenes Süppchen kocht“, ist das Ergebnis negativ.

Was nun unsere gemeinsame  Arbeit im Rahmen des Tibethauses angeht, so sollten wir uns alle bemühen, entsprechend den Wünschen und Anweisungen S. H. des Dalai Lama aktiv zu sein.
Alles was wir im Tibethaus mit seinem Segen machen, ist von großem Nutzen für uns, für unsere Freunde, für alle fühlenden Wesen.
Deshalb denke ich, dass wir alle eine große Verantwortung tragen und teilen –  jeder von uns in seinem Bereich. 

Im Tibethaus haben wir im vergangenen Jahr sehr viele Veranstaltungen ausgerichtet.
Das ist wunderbar.
In Zukunft müssen wir aber auch weiter an der Vernetzungsarbeit arbeiten.

Unser Ehrenpräsident Prof. Klaus Jork, Puntsok Tsering, unser geschäftsführender Vorstand und ich hatten während des Besuches des Dalai Lama, der auf Einladung der hessischen Landesregierung im August in Deutschland war, die Freude, ihn im Rahmen einer Privataudienz für das Tibethaus zu  sehen. 

Damals war auch der Sondergesandte des Dalai Lama, Herr Kelsang Gyaltsen, dabei.
Ihn hat S. H. gebeten, unsere Arbeit zu unterstützen. Kelsang Gyaltsen la – der übrigens auch seit langem Beiratsmitglied des Tibethauses ist – hat dies sehr ernst genommen und das Tibethaus vor einigen Wochen besucht. Er hat noch einmal betont, dass er die Aufforderung Seiner Heiligkeit als sehr wichtig ansieht und uns unterstützen wolle, wo er könne.
Daher bin ich sehr optimistisch, dass das Projekt in sehr guten Händen liegt und gelingen wird.

2. Brief des Vorstandes und Spendenaufruf

Liebe Freunde des Tibethauses!

S. E. Dagyab Rinpoche hat dankenswerterweise einen Brief zum Jahresende geschrieben.
Im Schreiben betont Rinpoche, dass wir, die wir mit dem Tibethaus verbunden sind, alle den Auftrag unseres Schirmherrn, S.H. Dalai Lama, ernst nehmen und in diesem Sinne denken und handeln sollten. Wir, das Tibethaus-Team, haben im zurückliegenden Jahr unser Bestmöglichstes getan, um diesem Auftrag gerecht zu werden. Es haben wieder über 300 Veranstaltungen im Tibethaus stattgefunden.
Regelmäßig stattfindende, manche „spektakuläre“ und auch viele, kleine, familiäre.
Was gab es 2011 für Highlights: natürlich an allererster Stelle sind es die  Veranstaltungen mit Dagyab Rinpoche mit jedes Mal an die einhundert Teilnehmern, dann die beiden Studienprogramme im 3. Jahr auf hohem Niveau. Wichtig sind auch die christlich/buddhistischen Dialogaktivitäten und die Arbeit im Rat der Religionen.
Im Kulturbereich möchten wir exemplarisch die Ausstellung „Kalligraphie im Dialog“ hervorheben, die unter der Schirmherrschaft des Amtes für multikulturelle Angelegenheiten stand und Arbeiten chinesischer, iranischer und tibetischer Künstler zeigte. Im Gesellschaftsbereich hatten wir den Wirtschaftsethiker Prof. Brodbeck zu Gast sowie im Bereich Wissenschaft den Neurowissenschaftler Prof. Hüther, beides hochkompetente, empathische und begeisternde Referenten. Zwei tibetische Ärzte, Dr. Minkyi Tsomo aus Oxford und Dr. Nida Chenagtsang aus Rom haben uns auch beehrt.
Mehrfach hat Tibethaus mit benachbarten Universitäten zusammengearbeitet. Im Mai mit der Uni Heidelberg im Rahmen des Diskurses „Die Zukunft der tibetischen Sprache“ und Anfang Dezember beim Dialog des jungen Dolpo Tulku mit Studenten der Religionswissenschaft an der Uni Frankfurt.
Das von Professor Jork geleitete einmal im Monat stattfindende Café Philosophie geht im Januar in die dritte Runde und erfreut sich großer Beliebtheit.
Fast schon wöchentlich wird es richtig „laut“ im Tibethaus, denn wir bekommen immer mehr Besuch von Kindergärten, Schulklassen und Studentengruppen der Uni.
Wie jedes Jahr waren wir wieder mit einem kleinen Stand bei der internationalen Buchmesse (wir sind übrigens der einzige tibetische Verlag!).
Nicht zu unterschätzen ist auch die Bedeutung der Tibetisch-Kurse für Deutsche und Tibeter und unsere Betreuung von tibetischen Neuankömmlingen.
Im Frühjahr haben wir eine wunderschöne Tibetica-Sammlung in Empfang genommen. Sie legt – neben einigen anderen Objekten, die wir geschenkt bekommen haben – den Grundstein für das kleine von uns geplante Tibet-Museum.

Im Sommer hat – wie Dagyab Rinpoche schon erwähnt hat – S. H. der Dalai Lama uns eine Privataudienz gewährt. Er hat dabei Folgendes gesagt:
Wenn das Tibethaus neue Räumlichkeiten findet, ist es möglich von seiner Seite aus Unterstützung zu gewähren. Außerdem wünscht sich S.H., dass Tibethaus eine Dialogplattform zur Lösung religiöser Konflikte und zur Führung von interreligiösen Dialogen wird. Es ist sehr wichtig, mit tibetischen Intellektuellen im engen Austausch zu bleiben. Er betonte auch die Vorteile und Nützlichkeit davon, im Tibethaus -Verlag zu publizieren. Darüber hinaus wünschte sich S.H.  ein Studium der kanonischen buddhistischen Texte, das die Erforschung des Geistes und der psychologischen Aspekte der buddhistischen  Philosophie in den Vordergrund stellt und sie damit auch für Nicht-Buddhisten zugänglich macht. Dadurch soll unter anderem die Möglichkeit erhöht werden, Sponsoren zu finden.

Dennoch: Tibethaus ist ein aktives Haus mit hohen laufenden Kosten. Fakt ist: Um das ganze wichtige Tibethaus Projekt weiter auf hohem Niveau aufrechtzuhalten, benötigen wir neben den Mitgliedsbeiträgen und den Erlösen aus Veranstaltungen auch regelmäßige Spenden – egal in welcher Höhe, große und kleine.

Euer Tibethaus Vorstand in Vertretung für das ganze Team

Unterstützung ist möglich unter: http://www.tibethaus.com/foerdern.html

Wir wünschen allen geruhsame Festtage und einen guten Rutsch ins Jahr 2012.