28.12.2009

Ausgabe 28.12.2009

Das Tibethaus

Das Tibethaus Deutschland ist ein Begegnungs- und Studienzentrum, das sich den buddhistischen Prinzipien der Toleranz und Offenheit verpflichtet fühlt.
Tibetinteressierte, BuddhistenInnen genauso wie Nicht-BuddhistenInnen, finden hier einen Ort, an dem sie buddhistische Philosophie und Praxis, Heilkunde, Gesellschaftsrelevantes, Wissenschaftliches, sowie die alte und moderne Kultur Tibets kennenlernen und erfahren können.



Themenübersicht

Berichte und Nachrichten:
1. Grußwort von S.E.Dagyab Kyabgön Rinpoche
2. International Conference on Contribution of Tibetan Culture to Global Understanding - Progress and Prospects Bericht von Elke Hessel
3. "Manjushris heilige Worte", Unterweisungen von S.E. Dagyab Rinpoche - Bericht
4. Vom 21.12.2009 bis 12.01.2010 ist das Tibethaus (bis auf eine Ausnahme, s.u.) geschlossen!

Programm:
5. Dolpo Tulku im Tibethaus
6. Termine
7. Zitat der Woche

1. Grußwort von S.E.Dagyab Kyabgön Rinpoche

Zum Jahreswechsel ein herzlicher Gruß an meine Schüler und Schülerinnen, an alle Mitglieder und Freunde des Tibethauses. An diejenigen, die mir zu Weihnachten persönliche Grüße und Geschenke geschickt haben, ein freundlicher Dank. Möge das Jahr 2010 für uns alle, individuell wie gemeinsam, ein gutes werden. Möge das Heilsame sich vermehren und mögen wir alle aktiv dazu beitragen.

Mit dem vergangenen Jahr können wir sehr zufrieden sein: Durch Eure persönliche und materielle Hilfe waren wir in der Lage, gemeinsam mit anderen Seine Heiligkeit den Dalai Lama nach Frankfurt einzuladen. Das war das bisher wichtigste Ereignis in der Geschichte des Tibethauses. Auch für mich persönlich war dieser Besuch von größter Bedeutung. Ich freue mich sehr, dass es uns gelungen ist, diese segensreiche Veranstaltung durchzuführen.

Insgesamt entwickelt sich das Tibethaus gut, sowohl was die buddhistische Praxis betrifft als auch in den anderen Bereichen. Ich hoffe, dass wir bald neue Räumlichkeiten finden werden, in denen wir ausreichenden Platz für unsere vielen Vorhaben haben und alle Veranstaltungen reibungslos stattfinden können. Möge dabei behilflich sein, wer auch immer etwas beisteuern kann.

Ich freue mich auf unsere nächste Begegnung im Tibethaus. Bis dahin bitte ich Euch, dass Ihr Euch weiterhin in allem, was Ihr tut, um eine gute Motivation und eine freundliche Geisteshaltung bemüht. Wir sollten uns unseres Potenzials immer bewusst sein und seine Verwirklichung zu unserer wichtigsten Herzensangelegenheit machen.

Euer Loden Sherab Dagyab

2. International Conference on Contribution of Tibetan Culture to Global Understanding - Progress and Prospects     
Bericht von Elke Hessel

Vom 18. bis zum 20. Dezember fand in Delhi eine internationale Tibetkonferenz im dortigen internationalen Kongresszentrum statt, organisiert vom Tibethouse in Delhi unter der Leitung von Doboom Tulku. Siehe: www.tibethousenewdelhi.org. Simone Hensel und Elke Hessel haben daran in Vertretung für Tibethaus Deutschland teilgenommen.

Die Konferenz gliederte sich in sechs so genannte "Panel Discussions" zu folgenden inhaltlichen Schwerpunkten: mündliches und schriftliches Erbe, Heilkunde, verantwortliches, menschliches Handeln, Kunst und Architektur, die Rolle der Tibetinstitute, spirituelle Praxis.
Elke Hessel hielt einen Vortrag über die Bedeutung der zeitgenössischen tibetischen Kunst in Tibet und im Exil, Simone Hensel stellte Tibethaus Deutschland und seine Aktivitäten vor.
Zu Beginn der einzelnen Abschnitte führte jeweils ein Moderator in das Thema ein, anschließend folgten immer vier bis fünf kurze Vorträge und eine anschließende Frage- und Antwortsequenz. Neben vielen indischen, tibetischen und westlichen Gelehrten (auch Dr. Alex Berzin) waren auch Vertreter der Tibethäuser Mexikos, Barcelonas, Italiens, Moskaus anwesend, sowie der Dzogchen Gemeinschaft und des FPMT.

Abends gab es ein kulturelles Rahmenprogramm der ausgesprochen guten Tanzgruppe Gangjong Doeghar aus Kalimpong.

Resümierend muss gesagt werden,  dass die Vorträge und Diskussionen durchweg auf hohem Niveau stattfanden. Nicht zu unterschätzen waren auch die vielen informellen Begegnungen am Rande.
Die internationale Wertschätzung und Bedeutung Tibets, seiner Kultur und seines wichtigen Beitrags zur globalen Verantwortung war überall spürbar. Eine stärkere Zusammenarbeit und Vernetzung auf internationaler Ebene ist in Zukunft geplant. Noch ein großes Lob an das Tibethouse Delhi, Doboom Rinpoche und seine Mitarbeiter/innen: Die Veranstaltung war bestens organisiert.

Nach Ende der Konferenz sind Simone Hensel und Elke Hessel noch für 1 ½ Tage nach Dheradun gereist und haben dort die Songtsen Library von Drigung Chetsang Rinpoche besucht, hatten auch ein Zusammentreffen mit ihm und seiner älteren Schwester, der bekannten Schriftstellerin Namgyal Takla, die das dortige vorbildhafte Nonnenkloster betreut. Siehe auch: www.songtsen-library.net

3. "Manjushris heilige Worte", Unterweisungen von S.E. Dagyab Rinpoche
     
Bericht

Schwerpunkte der Unterweisungen waren die Vollkommenheit der freudigen Bemühung und die Vollkommenheit der Konzentration.

Freudige Anstrengung oder Bemühung ist eine hervorragende geistige Haltung, man erlangt durch sie geistiges Glück. Auch, wenn eine Situation von außen her mühevoll erscheinen mag, die Erfahrung, die wir dabei machen, ist freudig. Rinpoche bediente sich hier zweier Vergleiche: Ein Bauer, der seine Arbeit liebt, hat manchmal keine Lust früh aufzustehen, um die Tiere zu füttern etc., er tut es dennoch gerne. Das gleiche gilt für Eltern, die ein Baby haben. Die Versorgung kostet Mühe, aber sie bereitet auch Freude.

Die drei Hindernisse für Tatkraft sind:
1) Aufschieben
2) Weltliche Aktivitäten
3) Mutlosigkeit (das Ziel erscheint unerreichbar)

Gegenmittel: Zum Beispiel über die "kostbare menschliche Geburt" und/oder über die Unsicherheit der Lebensspanne nachdenken.

Vollkommenheit der Konzentration: Unser Geist ist wie ein Affe. Er springt hin und her. Man muss ihn beobachten und immer wieder zum Meditationsthema zurückbringen. Man sollte den Geist - wie einen Hund - erziehen. Wenn er weggeht - zurückholen: "nein, du bleibst hier". Wenn man das immer wieder macht, so bleibt zum Schluß der Geist so lange wie man will beim Thema. Seine Qualität wird so immer besser und reiner. Zum Schluss wird er zu Buddhas Geist.

Ruhiges Verweilen (tib. Shine): Dieses wird in neun Stufen erreicht.
Am Ende: Der Geist ist ruhig und einsgerichtet. Shine ist die Voraussetzung für die Reine Sicht. Shine kann (theoretisch) in sechs Monaten erlangt werden, wenn man Tag und Nacht übt. Wenn man Shine erlangt hat, verliert man die Fähigkeit nicht mehr ("es ist wie Autofahren"). Shine bildet die Grundlage für die Reine Sicht.

Reine Sicht (auch Höheres Sehen, tib. Lhaktong): Es ist eine höhere Weisheit. Das Meditationsobjekt ist Leerheit. Durch die Erlangung der Leerheit werden alle geistigen Gifte beseitigt.


Sonntag Vormittag gab Rinpoche eine Segensermächtigung in die Praxis des Schwarzen Manjushri. Es gibt unzählige Aspekte dieser Gottheit der Weisheit. Der schwarze Manjushri ist zugeschnitten auf eine dynamische Erfahrung und hilfreich zum Beispiel bei der Bekämpfung von falschen Konzepten und anderen Hindernissen der Dharmapraxis.

So voll wie an diesem Wochenende war das Tibethaus noch nie. Die Räume platzten aus allen Nähten. Dank Rinpoche waren es zwei wunderschöne Tage voll Wärme und Nähe.

4. Vom 21.12.2009 bis 12.01.2010 ist das Tibethaus (bis auf eine Ausnahme, s.u.) geschlossen!

EIN GUTES NEUES JAHR 2010 wünscht das Tibethaus-Team

 5. Dolpo Tulku im Tibethaus
     Montag 11. Januar 2010


Anfang Januar wird der junge Dolpo Tulku anlässlich des Kinostarts des Dokumentarfilmes "DOLPO TULKU" in Deutschland sein.Siehe auch: www.dolpotulku.de
Er wird auf Einladung des Tibethauses und des Programmkinos "Orpheos Erben" auch nach Frankfurt kommen. Das Programm gliedert sich in zwei Teile, einen informellen und einen offiziellen.

A) Zunächst wird von ca. 17 bis 18 Uhr Dolpo Tulku zu Gast im Tibethaus sein, gemeinsam mit uns Tee trinken und Frage und Antwort in Form eines lockeren Dharmatalks gewähren.

Wir freuen uns auf viele Tibethaus Freunde, die ihn mit uns zusammen begrüßen. Eine Anmeldung dazu ist nicht nötig. Bitte einen Katak mitbringen!

B) Anschließend gibt es eine feierliche Filmvorführung in Anwesenheit des Rinpoche Sherab Sangpo Dolpo Tulku und des Regisseurs Martin Hoffmann.
Ort | ORPHEOS ERBEN, Hamburger Allee 45, Frankfurt | Zeit | 19.00 Uhr

6. Termine

  • 11.01. | Dolpo Tulku im Tibethaus | 17 Uhr |
  • 11.01. | Dolpo Tulku Filmvorführung ( in Koopertion mit dem Kino Orpheos Erben) | 19 Uhr | im Kino Orpheos |
  • 16.01. | Endlich auf festem Boden stehen | Dharmatag |Alfred Weil | 10:00 - 17:00 |
  • 18.01. | MBSR - Stressbewältigung durch Achtsamkeit nach Prof. Jon Kabat- Zinn | Start des 8-Wochen-Programms | Simone Hensel | 15:00 - 17:30 | 19:00 - 21:30 |
  • 22.01. | Wutai Shan - Heiliger Berg des Manjushri | Lichtbildvortrag| Michael Henss | 19:30 - 21:30 |
  • 29.01. | Tibetische Rituale rund um den Tod | Öffentlicher Vortrag | S.E. Dagyab Rinpoche und Elke Hessel | 19:30 - 21:00 |
  • 30.01. - 31.01. | Tod, Bardo, Wiedergeburt | Seminar mit Segenseinweihung | S.E. Dagyab Rinpoche |

7. Zitat der Woche

"Es gibt heutzutage zweifellos Praktizierende, die sich in Richtung Buddhaschaft bewegen. Solchen Menschen zu begegnen verstärkt unsere Inspiration und Entschlossenheit, und durch Menschen wie sie erwachen die Lehren zu neuem Leben."

aus: "Der Weg zum Glück", Dalai Lama 2002