Buddha Sakyamuni (Wandmalerei, Kloster Shalu)
Buddha Sakyamuni (Wandmalerei, Kloster Shalu)

Der Buddhismus ist eine der fünf großen Weltreligionen. Er geht zurück auf Siddhartha Gautama, der vor etwa 2.500 Jahren in Indien lebte und "der Buddha" (d.h. "der Erwachte") genannt wurde. Seine Lehre zielt darauf ab, jedem Lebewesen zur Überwindung des Leidens und zur vollen Entfaltung des eigenen geistigen Potentials zu verhelfen. Dies geschieht nicht durch Glauben oder Erlösung durch eine äußere Kraft, sondern durch eigene Erkenntnis, die auf Studium, Meditation und praktischer Anwendung basiert - eine Praxis also, die Verstand und Herz gleichermaßen anspricht. Der Buddhismus erhebt keinen Alleinvertretungsanspruch auf irgendeine Wahrheit und steht zu keiner Lehre, Religion oder Philosophie grundsätzlich im Widerspruch.

Im Laufe der Jahrhunderte haben sich in den Ländern Asiens verschiedene Richtungen und Traditionen des Buddhismus gebildet, die sich gegenseitig ergänzen und respektieren.

Ab dem 7. Jahrhundert gelangte der Mahayana-Buddhismus - (der Begriff Mahayana stammt aus dem Sanskrit und bedeutet: Großes Fahrzeug) - in mehreren Wellen aus Indien nach Tibet und zwar auch in seiner tantrischen Ausrichtung, die als Vajrayana - Diamant-Fahrzeug


Es bildeten sich auch hier nach und nach verschiedene Schulrichtungen heraus. Die jüngste von ihnen - die Gelugpa-Tradition - geht zurück auf das Wirken des großen Meisters Je Tsongkhapa (1357-1419). Dieser Tradition gehört auch Chödzong an. Der bekannteste Vertreter des tibetischen Buddhismus ist heute S.H. der Dalai Lama, der aufgrund seiner tiefen Weisheit und Friedensliebe überall auf der Welt geschätzt und verehrt wird.

Schon vor mehr als hundert Jahren entstanden in den europäischen Ländern erste buddhistische Zirkel, die sich zunächst hauptsächlich auf die übersetzten kanonischen Texte stützten. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden besonders die Überlieferungen des japanischen Zen-Buddhismus populär, und kurz danach entstanden die ersten Zentren des tibetischen Buddhismus, die an Stärke und Dynamik bald den anderen Richtungen gleichkamen. Die zahlreichen größeren und kleineren Gruppierungen der verschiedenen Schulen und Traditionen im Westen zeichnen sich überwiegend dadurch aus, dass sie die Treue zur angestammten asiatischen Überlieferung mit der Suche nach praktisch umsetzbaren, in unser Leben und unsere Kultur integrierbaren Praxisformen zu verbinden suchen.

Tibeter beim Gebet
Tibeter beim Gebet